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Donnerstag, 23. März 2006, 07:47

Sagen aus Querfurt

Die Sage vom Heiligen Brun in Querfurt

Als Mönch des Benediktiner Ordens hörte der Heilige Brun von Querfurt, dass der Heilige Adalbert von den heidnischen Preußen erschlagen wurde. Daraufhin ereilte ihn großes Verlangen zu den Heiden zu reisen und ihnen die Lehre Christi zu predigen. Vorher brauchte er vom Papst die Erlaubnis und zog zuerst nach Rom. Dieser ernannte ihn zum Erzbischof und seine Reise konnte beginnen.

Mit großer Selbstaufopferung begab er sich nach Preußen und predigte mit Erfolg. Eines Tages kam er zu einem Fürsten. Dieser wollte mit ihm nichts zu tun haben, da er schlecht gekleidet war.

Daraufhin ging der Heilige Brun in seine Unterkunft, um sich seinen bischöflichen Ornat anzuziehen, und trat erneut vor den Herrscher. Dieser empfing ihn nun und erteilte ihm eine Aufgabe.

Der Fürst wollte ihm nur glauben, wenn er durch das Feuer gehen kann und sich dabei nicht verletzt. Nachdem das Holz brannte, er das Feuer mit Weihrauch beräucherte und sich mit Weihwasser betröpfelte, ging er hindurch und blieb unversehrt.

So kam es, dass der Fürst und seine Untergebenen sich beim Heiligen Brun entschuldigten und sich taufen ließen. Jedoch blieben die zwei Brüder des Fürsten Heiden. Nun wollte er auch diese bekehren.

Der eine der beiden nahm ihn aber gefangen und ließ ihm vor einer großen Menschenmenge den Kopf abschlagen. Daraufhin wurde diser Fürst blind und alle, die zugesehen hatten, erstarrten. Nachdem der bekehrte Fürst kam und für sie betete wurden sie wieder gesund und nahmen den christlichen Glauben an.

http://www.querfurt.de

Mittelstands Anzeiger


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Donnerstag, 23. März 2006, 07:48

Die Sage von den Neunlingen

Einst regierte Graf Gebhardt I. auf der Burg Querfurt. Dieser begab sich eines Tages auf einen Kreuzug und war lange Zeit von zu Hause fort. Während dessen war seine Gemahlin schwanger und er wurde Vater von Neunlingen. Seine Frau bekam nach der Geburt Angst, da der Graf des öfteren geäußert hatte, dass es schon bei Zwillings- oder Drillingsgeburten nicht mit rechten Dingen zugehen könne.

In ihrer Verzweiflung wählte sie den kräftigsten der Jungen aus. Die Gräfin ließ ihn auf den Namen Burckhard taufen und behielt ihn. Die anderen Acht sollte eine Magd in einem Kessel heimlich davontragen, um sie im Weller-Teich unterhalb der Burg zu ertränken.

Auf dem Weg dorthin begegnete ihr der Heilige Brun, der Bruder Gebhardt I.. Dieser hörte ein Wimmern im Kessel und fragte, was darin sei. Die Magd entgegnete ihm, dass es junge Hunde seien, die sie ersäufen solle.

Der heilige Brun glaubte ihr nicht und verlangte den Inhalt des Kessels zu sehen. Nun erzählte ihm die Magd, was passiert war. Er nahm die Jungen und taufte sie sofort am nächsten Brunnen.

Alle erhielten den Namen Bruno. Der Heilige Brun nahm seine Schützlinge und brachte sie bei verschiedenen Querfurter Familien unter. Es sollte aber niemand etwas darüber verlauten lassen.

Einige Jahre später erzählte der Heilige Brun seinem Bruder die Geschichte. Dieser konnte es kaum erwarten alle Söhne zu sehen und richtete ein großes Fest aus.

Mittelstands Anzeiger


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Donnerstag, 23. März 2006, 07:50

Die Sage von der Eselswiese

An einem Osterdonnerstag wollte der Heilige Brun zu den heidnischen Preußen reiten, um sie zu bekehren. An einer grünen Wiese, kurz vor Querfurt, blieb sein Esel stehen und wollte nicht mehr weiter. Auch Schläge und Tritte halfen nicht. So kehrte er, auch auf das Drängen seiner Begleiter hin, um und ritt zum Schloß zurück. In der Nacht jedoch unternahm er einen neuen Versuch nach Preußen zu gelangen. Dort wurde er von den Heiden überfallen, gefangen und getötet.

Auf der Wiese, wo der Esel ihm den Gehorsam verweigerte, wurde nach seinem Tode die "Kapell zu Eselstett" gebaut. Jeden Gründonnerstag wurde dort eine Zeremonie abgehalten, die an den Heiligen Brun erinnern sollte. Dorthin unternahmen viele Menschen Reisen.

Man kann von richtigen Wallfahrten sprechen, aus denen später ein sehr gut besuchter Jahrmarkt wurde.

Mittelstands Anzeiger


BerndDasBrot

unregistriert

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Donnerstag, 23. März 2006, 08:07

Die Sage von der Brandjungfrau

Am 29. August 1678 bezahlte Anna Regina Lasse einen der schwersten Stadtbrände mit ihrem jungen Leben. Die Fünfzehnjährige erstickte mit ihren beiden Tanten und einer Magd im Keller des Goldenen Löwen. Seither ist Anna Regina Lasse im Volksmund als Brandjungfrau bekannt. Der Tod der Tochter des Querfurter Ratsherrn (Oberbürgermeister) Christian Lasse erschütterte die Bürger der Stadt, besonders aber den Vater.

Dieser setzte seiner Tochter ein bleibendes Denkmal auf dem Querfurter Friedhof. Um der Stadtbrände, die Angst und Schrecken brachten, zu gedenken, wurde in Querfurt in jedem Jahr ein Bußtag oder Brandfest abgehalten. Es wird erzählt, dass Anna Regina Lasse immer dann den Querfurtern erscheint, wenn ein Brand auszubrechen droht.

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