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Donnerstag, 23. März 2006, 07:42

Die Stadtgeschichte von Querfurt

Zwischen 3000 und 2000 v. Chr. siedelten sich Bauern der Bernburger Kultur (Schnurkeramikfunde) im Raum Querfurt an. Auf dem Gelände der Burg lebten in der Bronzezeit, um 2100 v.Chr., Angehörige der "Aunjetitzer Kultur". Auch aus der Eisenzeit (um 700 v.Chr.) lassen sich Funde in Querfurt nachweisen. Bis zum Sieg der Franken und Sachsen über die Thüringer bei Burgscheidungen gehörte Querfurt zum Thüringer Reich, danach wurde es sächsisch.

743 beginnt Wigbert
mit der Missionierung der "Wilden Sachsen". Im 9. Jahrhundert wird die Burg und die Siedlung Querfurt im Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld nachweislich erwähnt. 973/74 gilt als Geburtsjahr des heiligen Brun von Querfurt, dem Missionar der Preußen. 1198 wird die innere Stadtmauer in einer Urkunde erwähnt - damit besaß Querfurt zu dieser Zeit bereits Stadtrecht. Die Stadt wächst und gedeiht. Immer mehr Menschen siedeln sich vor der Stadtmauer an, so dass um 1357 der Bau einer zweiten, der äußeren Stadtmauer erfolgt, welche durch 20 Türme verstärkt ist. Aus dem Jahre 1455 wird vom Bau eines neuen Rathauses, natürlich mit Weinkeller (wir leben ja in der nördlichsten Weinbauregion Europas), berichtet.

Die Pest wütete im 16. Jh. mehrfach in Querfurt und forderte erhebliche Opfer. 1542 wurde die Reformation in Querfurt eingeführt. Im 30-jährigen Krieg hatte Querfurt schwer zu leiden. Mehrfach wurde es von den verfeindeten Parteien besetzt. Gleich, ob Kaiserliche, protestantische Fürsten oder Schweden - alle Truppen nahmen sich von der Bevölkerung, was sie benötigten.

1655 und 1678 werden große Teile der Stadt durch schwere Brände zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt nun immer mehr mit Häusern aus Stein im barocken Stil. Aber die Schrecken und Lasten des Krieges hatten die wirtschaftliche Entwicklung weit zurückgeworfen. 1663 wird das Fürstentum Querfurt, bestehend aus den Ämtern Querfurt, Dahme und Jüterbog, gegründet. Querfurt wird die Hauptstadt des reichsunmittelbaren Fürstentums Sachsen-Querfurt. Auch im Siebenjährigen Krieg hatte die Stadt wiederholt unter Einquartierungen, Plünderungen und Feuersbrünsten zu leiden. Ähnlich erging es den Bürgern in den Napoleonischen- und Befreiungskriegen.

Nach der Reichsgründung von 1871 werden Zuckerfabrik, Eisenbahn, Postgebäude, Amtsgericht, Stadtschule, E-Werk usw. gebaut und zeugen noch heute von der Entwicklung in der "Gründerzeit". Zwischen den beiden Weltkriegen steigt die Bevölkerungszahl der Stadt durch Eingemeindung von Thaldorf und dreier Gutsbezirke weiter an. Im Zweiten Weltkrieg erfolgte in den letzten Kriegstagen ein Luftangriff auf zurückflutende Truppenteile der Wehrmacht, der Opfer unter der Zivilbevölkerung forderte.

Im Zuge der Gebietsreform der DDR wird der Kreis Querfurt 1950/52 stark verkleinert. Die Landwirtschaft blieb der dominierende Erwerbszweig. Davon zeugen noch heute die weithin sichtbaren Silo-Türme des Mischfutterwerkes. Mit dem Bau der Wohngebiete "Nemsdorfer Weg" und "Karl-Marx-Straße" stieg die Bevölkerungszahl weiter an, und Querfurt erhielt zusätzlich die Funktion einer Wohnstadt für die Industriebetriebe der Umgebung.

Mit der deutschen Wiedervereinigung begann 1989 auch für Querfurt die Umstrukturierung in vielen Bereichen. Gewerbebetriebe siedeln sich an, der Charakter der Wohnstadt wird weiter ausgebaut, die Schönheit der historischen Altstadt wird durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen wieder zur Geltung gebracht und soll durch Belebung des Tourismus neue Erwerbsmöglichkeiten schaffen. Im Rahmen der Gebietsreform der neuen Bundesländer schlossen sich die Kreise Querfurt und Merseburg zum Landkreis Merseburg - Querfurt zusammen. 1995 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinden Lodersleben und Gatterstädt. Damit stieg die Einwohnerzahl der Stadt auf über 11 000 an.

Am 01.01.2004 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinden: Leimbach, Ziegelroda, Schmon, Grockstädt, Weißenschirmbach, Vitzenburg.
Damit stieg die Einwohnerzahl der Stadt auf über 14.047 an.


http://www.querfurt.de/deutsch/782/705/7…68/design1.html

Mittelstands Anzeiger


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Donnerstag, 23. März 2006, 07:44

Um 300 000 v. Chr.
Erste Besiedlungszeichen (Feuersteinfunde bei Kleinwangen) in unserer Gegend

2000 v. Chr.
Bauern der Bernburger Kultur siedeln sich im Raum Querfurt an.
Schnurkeramikfunde in unserem Raum, zahlreiche Grabhügel entstanden
Lebte „Emmi“ im Raum Querfurt (Grabfund 1991)

Um 2200 – 2000 v. Chr.
Angehörige der „Aunjetitzer Kultur“ im Raum Querfurt an der Stelle der heutigen Burg (Bronzezeit)

Um 700 v. Chr.
Funde der früheren Eisenzeit (Stadtweg)

Um 250 n. Chr.
Besiedlung durch die Wariner

Vor 531
Wahrscheinlich Gründung der Siedlung Querfurt durch die Wariner am Übergang der wichtigen Straße nach Quedlinburg über den Querne-Bach

531
Sieg der Franken und Sachsen bei Burgscheidungen über die Thüringer. Untergang des Thüringer Reiches. Die siegreichen Sachsen besiedeln das Gebiet, bauen Burgen und übernehmen vorhandene Burganlagen.

830 – 99
Burg und Ort Querfurt werden im Hersfelder Zehntverzeichnis nachweislich erwähnt.

973 – 1009
Hl. Brun von Querfurt

09.03.1009
Der Hl. Brun wird von den Preußen erschlagen.

1198
In einer Urkunde Bischofs Gardolf von Halberstadt wird von einer älteren Stadtmauer berichtet – Querfurt besaß Stadtrecht.

Um 1200
Gründet Konrad III. von Querfurt die Stadt Karlstadt in Franken, heute Partnerstadt von Querfurt

Um 1357
Bau der äußeren Stadtmauer mit 20 Türmen

1455
Bau des neuen Rathauses

1480
Einrichtung der Lateinschule – die erste Schule der Stadt

1496
Das Geschlecht der Edelherren von Querfurt stirbt mit Brun VIII. aus. Die Herrschaft wird vom Erzbistum Magdeburg als erledigtes Lehen eingezogen.

1528
Die Pest fordert in Querfurt erhebliche Opfer.

1542
Einführung der Reformation in der Herrschaft Querfurt

1550
Wiederum fordert die Pest viele Opfer in der Stadt.

1558
Das Karmeliterkloster und das Kloster Marienzelle werden aufgelöst.

1572
Anlegung des Friedhofes

1625
Erste Besetzung durch kaiserliche Truppen im 30-jährigen Krieg. Die Stadt und Bevölkerung hatte in den Kriegsjahren unter Plünderungen, Drangsalierungen durch die wechselnden Eroberer und Zerstörungen schwer zu leiden. Das wirtschaftliche Leben kam fast völlig zum Erliegen.

1655
Ein Brand zerstört große Teile der Stadt. Wiederaufbau des Rathauses.

1678
Erneut legt ein schwerer Brand große Teile der Stadt in Schutt und Asche.

29.08.1678
Anna Regina Lasse (Brandjungfrau) kam bei diesem Brand ums Leben.

15.09.1757
Einquartierung von 5.000 Mann in die Stadt. Stadt und Bevölkerung musste im 7-jährigen Krieg wiederum Plünderungen, Feuersbrünste und marodierende Truppen über sich ergehen lassen.

16.10.1806
Querfurt wird von den Franzosen geplündert.

1815
Die Herrschaft Querfurt wird preußischer Besitz. Die ehemals sächsischen Ländereien sowie die Burg werden einer Domänennutzung zugeführt. Die Region dieses Territoriums bleibt bis 1950/52 bestehen und bildete den ehemaligen Kreis Querfurt.

1850
Errichtung des Geisthospitals

1884
Bau der Eisenbahn Querfurt – Röblingen

1885
Gründung der Molkerei Lücke & Co.

1889
Einweihung der Stadtschule (Roßplatz)

1895
Bau des Postgebäudes auf dem Freimarkt

1901
Errichtung des E-Werkes am Obhäuser Weg und Schaffung der Stadtbeleuchtung

1902
Fertigstellung des städtischen Krankenhauses

1920
Baubeginn der Eigenheimsiedlung an der Geistpromenade

1927
Bau des Wasserwerkes

1928
Eingemeindung der Gutsbezirke Weidenthal-Weidlich und Weidenthal von Kotze

1929
Eingemeindung des Gutsbezirkes Schloss Querfurt und Thaldorf

1930
Anschluss der Stadt an die Gasversorgungsgesellschaft „Saale“

1936
Einweihung des Brunsdenkmales am Braunsbrunnen

11.04.1945
Bombenangriff auf Querfurt; 24 Frauen, Männer und Kinder werden getötet.

1967
Baubeginn Wohnbaugebiet in Querfurt-Süd

Juli 1974
Industrielle Landwirtschaftsbauten entstehen am Obhäuser Weg.

1983
Mit der Montage der Großplattenwohnanlage in Querfurt-Süd wird begonnen.

1988
1100-Jahr-Feier der Stadt Querfurt

1989
Gewaltlose Demonstrationen, Veranstaltungen und Friedensgebete in Querfurt

1990
Erste freie Kommunalwahl seit 1933
Beginn einer umfangreichen Sanierung der historischen Altstadt

1992
Umstellung von Stadtgas auf Erdgas

1994
Beginn der Kanalbaumaßnahmen in der Merseburger Straße

01.07.1994
Im Zuge der Gebietsreform der neuen Bundesländer schließen sich der Kreis Merseburg und der Kreis Querfurt zum Landkreis Merseburg-Querfurt zusammen.

01.01.1995
Eingemeindung der Orte Gatterstädt und Lodersleben zu Ortsteilen von Querfurt

1996
Abschluss der umfangreichen Rekonstruktionsmaßnahmen des Stadtbades

30.08. – 01.09.1996
Altstadtfest anlässlich der Übergabe der rekonstruierten Innenstadt (Merseburger Straße, Klippe, Markt und Nebraer Straße)

11.09.1996
Um 5.36 Uhr erschüttert ein Erdbeben unsere Gegend. Auslöser war ein Gebirgsschlag in der ehemaligen Kaligrube Teutschenthal.

26.11.1998
Übergabe des Kreiskrankenhauses an der B 180

03.02.1999
Einweihung der neuen Stadtbibliothek, Markt 9,
mit ständtischem Finanz- und Bauamt

16. – 20.06.1999
Großes Altstadt- und Burgfest
– 1111 Jahre Querfurt –

1999
Zahlreiche Sanierungen in der Altstadt, Modernisierungsmaßnahmen und Verbesserungen des Wohnumfeldes

1999
Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes

2000 – 2002
Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Stadtmauer hinterm Wehr und am Schießgraben

Nov. 2002
Übergabe 2. Bauabschnitt Klinikum Merseburg – Querfurt, Psychiatrische Abteilung, an der B 180

Okt. 2002
Baubeginn der Ortsumfahrung Querfurt, 1. Bauabschnitt

http://www.querfurt.de/deutsch/706/705/906268/liste5.html

Mittelstands Anzeiger


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