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Freitag, 14. Oktober 2005, 23:04

Eine Bürgerinitiative stellt sich vor. (Auszug von der Startseite) Unsere Bürgerinitiative versucht aktiv zu verhindern, dass im Ziegelrodaer Forst zwischen den Orten Allstedt, Lodersleben und Ziegelroda eine Schweinemastanlage für fast 100.000 Schweine errichtet wird. Die Biopark GbR der holländischen Brüder Adrianus und Jacobus Nooren, die inzwischen unter den Namen Gebrüder Nooren GbR Balgstädt und Gebr. Nooren Schweinehaltungs GmbH Holdenstedt firmiert, will hierzu das Gelände rund um die alte Flugplatzlandebahn des ehemaligen sowjetischen Armeestützpunktes nutzen und steht zu diesem Zweck in Verhandlungen mit der Landesregierung Sachsen-Anhalt. Unterstützt wird unsere Arbeit durch den Verein zur Förderung des Umwelt- und Landschaftsschutzes im Gebiet des Ziegelrodaer und Allstedter Forstes e.V. Auf diesen Internetseiten möchten wir über unsere Arbeit berichten und auf die Fakten und Tatsachen rund um den geplanten Bau der "Schweinefabrik" eingehen. Wenn Sie uns unterstützen möchten, finden sich dazu hier ebenfalls Hinweise. http://www.schweinefabrik-allstedt.de

Schweinemast droht Klage

 
Initiative kündigt weiteren Widerstand an - Investor speckt Großprojekt ab
 

 
 
Protest
 
Furcht vor der Schweinefabrik bei Allstedt herrscht in der Region. Vor allem die anfallende Gülle beunruhigt die Menschen. (MZ-Foto: Archiv)

 

Allstedt/MZ. Die Gegner der heftig umstrittenen Schweinemastanlage bei Allstedt (Landkreis Sangerhausen) halten auch nach der Ankündigung des Investors, das Projekt deutlich zu reduzieren, an ihrem Widerstand fest. Sie wollen notfalls vor dem Europäischen Gerichtshof in Brüssel klagen.

Die Investoren hatten angekündigt, dass auf einem ehemaligen Militärflugplatz nur noch Stallungen für 50000 statt der bislang avisierten 95000 Tiere geschaffen werden sollen. Die Bürgerinitiative "Contra Schweinemast" sieht dagegen auch in der abgespeckten Form eine Gefahr für die Umwelt.

"Wir haben es nicht nötig, uns dem Volkszorn entgegenzustellen", begründete Helmut Rehhahn, Sprecher der niederländischen Investorengruppe Nooren/Imovest und früherer Landwirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt, die Reduzierung der Pläne. Dies sei ein "deutliches Entgegenkommen" an die Gegner des Vorhabens.

Die Bürgerinitiative warnt dagegen vor einem Konflikt zwischen der Schweinemastanlage und dem neben dem Flugplatz gelegenen Naturschutzgebiet. Zudem fürchtet sie irreparable Umweltschäden durch Gülle und Geruchsbelästigungen.

Finanzminister Karl-Heinz Paqué (FDP) verteidigte unterdessen den umstrittenen Verkauf des fraglichen Grundstücks durch das Land an die Investorengruppe. Dieser Vorgang dürfe nicht mit dem laufenden Genehmigungsverfahren vermengt werden. Ob die Mastanlage tatsächlich komme, hänge unter anderem vom Ausgang des Raumordnungsverfahrens ab.

Nach Angaben der Investoren ist auf dem Areal bei Allstedt neben der Schweinemast eine Reihe anderer Betriebsstätten geplant. Innerhalb von fünf Jahren sollen rund 120 Jobs entstehen. Das Investitionsvolumen soll Berater Rehhahn zufolge rund 80 Millionen Euro betragen.

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ…id=994342720546

Mittelstands Anzeiger


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Samstag, 15. Oktober 2005, 21:13

HEIMAT-JOURNAL, Freitag, 14. Oktober 2.005

Bürgerbewegung contra Schweinefabrik

Allstedt - Unsere Anstrengungen gegen die Schweinefabrik in Allstedt gehen weiter! Mit Empörung und Betroffenheit haben wir die Nachricht der Landesregierung von der Verkaufsentscheidung der Landesliegenschaft „Allstedter Flugplatz" zur Kenntnis genommen.
Solche Entscheidungen tragen zur Zunahme von Politikverdrossenheit bei. Wieder wurde Bürgerwille negiert. Beteuerungen der Landesregierung, die Angelegenheit nochmals vor dem Verkauf der Liegenschaft gründlich einer Prüfung zu unterziehen, wurden im wahrsten Sinne des Wortes einer „Schweinerei" geopfert.
Wir werfen den Verantwortlichen unseres Landes vor:

1. den Bürgerwillen von reichlich 30.000 Bürgern zu ignorieren. Scheinbar sind die Verbindlichkeiten des Finanzministeriums gegenüber dem Käufer so groß, dass man nicht mehr zurück konnte. Schließlich wurde schon mehrfach über dubiose Verhaltensweisen der Spitzen im Finanzministerium in der Presse berichtet.

2. anstelle, wie von der Staatskanzlei am 01.06.2005 zugesagt, vor dem Verkauf auch die umweltschutzrechtlichen Gesichtpunkte zu prüfen, ist scheinbar nichts derartiges geschehen. Unsere Hinweise, die allen Ministem zugingen, wurden nicht beachtet. Offensichtlich haben sich die Herrschaften aus dem Finanzministerium im Regierungskabinett durchgesetzt. Allein ein Blick zur 3 km entfernten Schweinemastanlage Mönchpfiffel hätte genügt, um die Schäden, die dem Ziegelrodaer Forst bereits zugefügt werden, zu erkennen.

3.mit der Pressemitteilung des Ministeriums, der Zuschlag wäre mit einer Kaufsumme von 865.000 Euro an den meistbietenden Bewerber erfolgt, wird nicht die Wahrheit gesagt. Nach unseren Informationen war das Angebot „Heidepark" deutlich über dem Kaufpreis. Kaufpreis und Naturverträglichkeit sprachen auch aus der Sicht des Regierungspräsidiums Halle eindeutig für dieses Angebot und gegen den Bieter derSchweinefabrik.

4.einerseits 4,5 Mio Euro für die Altlastenbeseitigung auf der Liegenschaft ausgegeben zu haben, andererseits aber einem Projekt den Vorzug zu geben, das nachweislich zu Umweltschäden führen wird. Eine paradoxe Umweltpolitik unserer Landesregierung!

5.mit dem Versprechen, Arbeitsplätze zu schaffen und Investitionen vorzunehmen, das Volk verschaukelt wird. Mit dem Gegenteil wird zu rechnen sein. Es werden mehr Arbeitsplätze vernichtet werden, als neue entstehen. Auf Jahre hinaus wird sich nichts bewegen. Dafür sprechen langwierige Genehmigungsverfahren und in deren Folge rechtliche Auseinandersetzungen. Entwicklungen, die auf Nachhaltigkeit setzen und arbeitsmarktpolitisch sofort umzusetzen sind, werden ignoriert. All das spricht nicht für die Regierenden. Wer so mit dem Volk umgeht, hat es nicht verdient, das Vertrauen ausgesprochen zu bekommen. Wir werden in unserem Protest nicht nachlassen! Noch glauben wir an Gerechtigkeit.

Auf unserer Protestveranstaltung am 15. Oktober werden wir der Landesregierung die Gelegenheit einräumen, ihre Entscheidung in Vorbereitung der Landtagswahlen zu erläutern. Wir sind gespannt.

HJ

Mittelstands Anzeiger


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Sonntag, 16. Oktober 2005, 19:22

Protestdemonstration vom 15.10.2005
Mehr als 1000 Teilnehmer erschienen am 15. Oktober 2005 zur Protestveranstaltung gegen den Verkauf des Allstedter Flugplatzgeländes zum Bau einer Schweinemastanlage durch niederländische Investoren.
Zu Beginn formierte sich die Menge auf dem Allstedter Marktplatz zu einem Protestmarsch durch den Ort. Am Kundgebungsort sprachen dann mehrere Vertreter der Bürgerbewegung zu den Teilnehmern der Veranstaltung.

Es wurden klare Worte in Richtung der niederländischen Investoren um die Brüder Nooren und deren Berater Rehhahn gerichtet. Dabei wurde auch deutlich gemacht, dass sich die Bürgerbewegung nicht durch einen faulen Kompromiss wie die Reduzierung der Tieranzahl auf 50.000 zum Schweigen bringen lässt.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Veranstalter von der Bürgerinitiative auch von Landespolitikern mit bundespolitischer Ausstrahlung unterstützt wurden. So sprach Frau Undine Kurth (Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen) ebenfalls zu den Teilnehmern der Veranstaltung.

Mit Freude vernahmen wir auch die Grußworte der Bundestagsabgeordneten Silvia Schmidt (SPD), der stellv. Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Kriemhild Fischer, sowie des Landesvorsitzenden der Linkspartei Mathias Höhn. Außerdem wurde ein Grußschreiben des Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, verlesen. Ein Dank geht auch an Frau Dr. Marlene Wartenberg (Geschäftsführerin Deutschland der Tierschutzstiftung "Vier Pfoten") für ihre Wort an die Protestierenden.

Der Allstedter Appell der Veranstaltung wurde zum Abschluss der Veranstaltung von Erich Brödel, dem Ehrenvorsitzenden des Allstedter Heimatvereines, verlesen. Natur-, Umwelt- und Tierschutzverbände , zahlreiche Kommunalpolitiker aus der gesamten Region sowie Presse, Rundfunk und Fernsehen waren anwesend und werden die Botschaft von Allstedt weiter tragen.

Mittelstands Anzeiger


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Sonntag, 16. Oktober 2005, 19:24

Allstedter Appell vom 15. Oktober 2005

Wir, die Männer, Frauen und Kinder der heutigen Protestveranstaltung, unterstützt von den Natur-, Umwelt- und Tierschutzverbänden, von Vertretern der Kirche, von den Kommunalpolitikern der Region Allstedt, Wiehe und Querfurt, appellieren an die Landesregierung Sachsen-Anhalts und an alle politischen Kräfte des Landes:
 

  • Hören Sie auf die Stimme des Volkes, eine Zunahme von Politikverdrossenheit wäre ansonsten die Folge.
  • Stoppen Sie den Verkaufsvorgang an den Investor einer Schweinefabrik, vergegenwärtigen Sie sich die Ausmaße der entstehenden Schäden für Natur und die regionale Wirtschaft.
  • Geben Sie den Weg frei für naturverträgliche, innovative Investitionen und Arbeitsplätze, unser Angebot liegt auf Ihren Tischen.
  • Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr, handeln Sie entsprechend dem Grundgesetz „Das Land und die Kommunen schützen und pflegen die natürlichen Grundlagen jetzigen und künftigen Lebens.“
Wir, die Bürgerinnen und Bürger dieser Region fordern Sie auf,
 
  • das kulturelle Erbe unserer Region und ihre reiche Naturausstattung als einen unschätzbaren Standortvorteil zu erhalten, zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln, denn man kann nicht in einem Atemzuge den Tourismus im Zusammenhang mit der Himmelscheibe fördern und gleichzeitig ein Projekt, das im höchsten Grade die Wälder des gleichen Forstes gefährdet, begünstigen;
  • der Bedeutung von Natur und Umwelt Rechnung zu tragen und keine weiteren Gefährdungen und Schädigungen zuzulassen. Im Interesse unserer Kinder und Enkelkinder ist es höchste Zeit zur Umkehr;
  • Ihr gegebenes Versprechen wahr zu machen, die umweltrechtlichen Bedingungen der Anlage zu prüfen und dabei auch keine Ausnahmen zuzulassen, weil Sie ansonsten unglaubwürdig werden;
  • dem Mittelstand dieser Region Unterstützung zu geben und gemeinsam Chancen für nachhaltige und innovative Entwicklungen zu nutzen. Wir bieten unsere Unterstützung an;
  • fördern Sie den Erhalt bäuerlicher Betriebe, indem Sie keine industrielle Tieranlagen zulassen. Bäuerliche Betriebe schaffen mehr Arbeitsplätze als industriell betriebene;
  • der Verantwortung gegenüber unseren Mitgeschöpfen Rechnung zu tragen und Tierleben nicht als bloße Ware zu behandeln.
Hören Sie auf die Zeichen der Zeit, unsere Überflussgesellschaft ruiniert die Umwelt und das Leben auf unserer Erde!

Die Männer, Frauen und Kinder der Protestveranstaltung
Allstedt, am 15. Oktober 2005

Mittelstands Anzeiger


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Dienstag, 13. Dezember 2005, 21:54

http://www.schweinefabrik-allstedt.de

Nächster Sitzungstermin der Initiative

15.12.05, Gaststätte Quernetal

Mittelstands Anzeiger


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Freitag, 16. Dezember 2005, 11:01

Gestern waren das SAB und der Landtagskanditat der SPD Herr Thomas Spiegel bei der letzten Sitzung 2005 der Initiative "Kontra-Schweinerei".

Es waren ca. 50 Personen anwesend und da es die letzte Sitzung in diesem Jahr war, hatte das ganze auch einen entsprechend weihnachtlichen Rahmen wo es kostenlos Glühwein und Stolle für Gäste und Mitglieder gegeben hat.

Der Loderslebener Herr Bernhard Schneider (Sprecher der Bürgerbewegung), brachte eine Zusammenfassung der Aktivitäten des Jahres 2005 die doch als Gast sehr beeindruckend war. Beeindruckend in der Hinsicht wieviel Motivation und Energie von der Initiative kommt aber auch wie diese von einigen Landespolitikern behandelt wurden.

Da wurde z.B. von Herr Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué (FTP) (Finanzminister im Landtag und Märchenerzähler http://www.paque-magdeburg.de ) der Initiative das Angebot gemacht ein Kaufangebot zu machen, was sehr ernst genommen wurde aber sich anschliessend als Flopp herausstellte, da das offizielle Ausschreibungsverfahren schon abgeschlossen war und Herr Paqué später bemerkte das die Aussage nur so dahingesagt war in einem emotionalen Gespräch und auch gar keine Rechtsgrundlage hatte.

In einem 1stündigen Video wurde der Besuch beim Landtag in Magdeburg dokumentiert was sehr eindrucksvoll belegte das hier eine Menge Fehler gemacht wurden aber das keiner es so richtig zugeben wollte.

Auch wurde dargelegt das es nicht nur ein Problem von Allstedt ist sondern auch der Schlachthof in Weissenfels in direkten Zusammenhang mit der geplanten Schweinemastanlage steht. Eine Hochrechnung ergab das ein pro Kopfverbrauch von ca. 2 Schweinen pro Jahr auf einen Bürger in Sachsen Anhalt kommen aber statistisch nur 40 kg im Durchschnitt errechnet werden. Die Frage stand im Raum wo das ganze Schweinefleisch hin soll ob es vielleicht auch für Polen oder andere Länder produziert werden soll. Desweiteren geht man immer von 100.000 Schweinen aus aber wer vom Fach ist weiss das auch eine Reproduktion in solchen Anlagen eine wesentliche Rolle spielt, d.h. Ferkel Läufer usw und dann die Zahl von 100.000 sich leicht vervierfachen kann. Die geplante Mastanlage soll eine Länge von 2km haben. Viele andere Faktoren wurden erläutert die man so in der Presse noch gar nicht gelesen hatte und das das Problem wesentlich deutlicher machte für die Region die mit ihrem touristischem Potential wesentlich besser genutzt werden kann. Der Ziegelrodaer Forst ist eine Region mit Potential und es ist allen völlig unverständlich wie man damit umgeht.

Unverständniss herrscht auch darüber wie man ein Gelände erst mit 4,5 Millionen für die Altlastbeseitigung saniert und dann für 865.000 an die Nooren GbR verkauft obwohl das Angebot "Heidepark" ein wesentlich höheres Gebot gemacht hat.

Der Landtagskanditat der SPD Thomas Spiegel sprach sich sehr klar gegen den Bau dieser Schweinemastanlage aus und der Kampf gegen die Errichtung der Schweinemastanlage wird im Jahr 2005 mit allen Mitteln weitergeführt.

Wir werden weiter berichten sobald es neue Informationen gibt.





Mittelstands Anzeiger


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Mittwoch, 21. Dezember 2005, 06:25

Böhmer zeigt sich von den Informationen der Bürgerinitiative überrascht !

Die Vertreter der Bürgerbewegung "Contra Schweinemast im Ziegelrodaer Forst" informierten den Ministerpräsidenten, Herrn Prof. Dr. Böhmer, in seinem Amtszimmer am Montag, den 19.12.2005, ausführlich über die Vorgänge um dem Verkauf des Flugplatzes Allstedt. Zunächst äußerten sie ihre Befürchtungen bezüglich des geplanten Baus einer Schweinemast- und Zuchtanlage auf dem Flugplatz Allstedt. Sie verwiesen dabei auf die natur-, umwelt- und tierschutzrechtliche Bedenken ebenso wie auf die eher negativen Auswirkungen für die weitere Entwicklung des Tourismus in der Region.
"Arbeitsplätze", so Bernhard Schneider, Sprecher der Bürgerinitiative, "würden wenn überhaupt, erst in einigen Jahren entstehen. Letztendlich wird die Arbeitsplatzbilanz für unsere vom Tourismus und Landwirtschaft geprägte Region durch den Bau einer solchen Industriellen Anlage negativ ausgehen."
Der Ministerpräsident wurde zudem auf die Kapazitätserweiterung des Schlachthofes Weißenfels und deren Auswirkungen für die Region aufmerksam gemacht. Der Schlachthof Weißenfels soll auf eine Kapazität von reichlich 20.000 Schweinen/Tag erweitert werden, d. h. bei 250 Produktionstagen werden ca. 5 Mio. Schweine getötet. "Damit", so der Sprecher der Bürgerbewegung Bernhard Schneider, "wird in Weißenfels das 4-fache des für Sachsen-Anhalt durchschnittlich erforderlichen Schweinefleischs produziert. Es muss die Frage erlaubt sein, wem nützt das, was machen wir aus dem Kulturland Sachsen-Anhalt?"
Ebenfalls brachte die Bürgerbewegung zum Ausdruck, dass aus ihrer Sicht einige Abläufe der Zuschlagserteilung nicht korrekt erfolgt sind. So wurden weder, wie vom Finanzministerium mehrfach behauptet, die Anliegergemeinden vorher um Zustimmung ersucht noch die Natur- und Umweltschutzbelange, die in der Ausschreibung eine wesentliche Rolle spielten, bei der Vergabe kaum beachtet.
Ministerpräsident Böhmer äußerte zu den vorgebrachten Problemen sein Verständnis und versprach, den Vorgängen, die ihm im wesentlichen nicht bekannt waren, nachzugehen. Während des Gespräches wurde dem Ministerpräsidenten noch eine Mappe mit aussagefähigen Unterlagen überreicht, in der auch die Alternativangebote enthalten waren. "Das sind", so Schneider, "angefangen von Angebot der Bürgerbewegung über das noch immer gültige Angebot der Fa. Bennemann/Heidepark bis hin zum Projekt Bambusaufbereitung allesamt Vorhaben, die es verdient hätten, geprüft zu werden." Eine solche Prüfung versprach der Ministerpräsident, der die Bürgerbewegung in Kürze über den Fortgang informieren will.

Bernhard Schneider
i.A. der Bürgerbewegung

Mittelstands Anzeiger


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Donnerstag, 22. Dezember 2005, 15:12

Newletter vom 22.12.2005

Sehr geehrte Newsletter-Abonnenten,

das Jahr 2005 war ein bewegtes Jahr für die Bürgerinitiative. Um die Geschehnisse zu rekapitulieren und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben, hat der Sprecher der Bürgerinitiative , Bernhard Schneider, seine Gedanken dazu niedergeschrieben.
Das Dokument zum Lesen und Herunterladen finden Sie auf unserer Internetseite unter "Publikationen" oder einfach unter

http://www.schweinefabrik-allstedt.de/im…taeten-2005.pdf

In meiner Funktion als Gestalter und redaktioneller Umsetzer des Internetauftrittes unserer Bürgerinitiative möchte ich mich bei Ihnen für Ihr Interesse an der Arbeit der Bürgerinitiative und unserem Internetangebot bedanken. Bleiben Sie bitte auch im kommenden Jahr an unserer Arbeit interessiert. Seien Sie versichert: Die Bürgerinitiative wird sich weiterhin für die Interessen der Menschen und Tiere in unserer Region einsetzen und ich werde mich bemühen, diesen Einsatz auch weiterhin aktuell und umfassend im Internet zu dokumentieren.


Thomas Thrun
webmaster@schweinefabrik-allstedt.de

Wer den Newsletter empfangen will kann sich auf der Seite http://www.schweinefabrik-allstedt.de anmelden.
 

Mittelstands Anzeiger


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Sonntag, 15. Januar 2006, 09:09

"Kein guter Tag für die Schweinefabrik"

Gestern zum Landesparteitag der SPD sprach sich der Direktkandidat Thomas Spiegel klar gegen Dr. Rehhahn aus, der die Situation in Allstedt herbeigeführt hat.
Durch diese Kritik erlitt Dr. Rehhahn eine schwere Niederlage bei der Listenabstimmung, daraufhin er sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Der direkte Link zum Video (zum verschicken)

http://www.sachsen-anhalt-board.de/clips/allstedt1.wmv

[flash]http://www.sachsen-anhalt-board.de/clips/allstedt1.wmv[/flash]

Mittelstands Anzeiger


10

Dienstag, 17. Januar 2006, 12:54

Hier einmal eine eindrucksvolle Vorstellung das die Schweinemastanlage in einem Waldstück zwischen Harz und Thüringen und neben einem Tourismuscenter nun wirklich nichts zu suchen hat.




Danke an die Initiative für die Bereitstellung der Bilder

Mittelstands Anzeiger


11

Mittwoch, 18. Januar 2006, 08:37

Ex-Minister stolpert über Einsatz für Schweinemast

Rehhahn fällt auf SPD-Parteitag durch - Kritik an Berater-Tätigkeit
 

 
 
Helmut Rehhahn
 
Helmut Rehhahn wurde nicht auf die SPD-Liste gewählt. (Foto: MZ-Archiv)
Magdeburg/MZ. Der ehemalige SPD-Landwirtschaftsminister Helmut Rehhahn kämpft für sein geplantes Politik-Comeback gegen den Widerstand von Parteifreunden. Sie nehmen ihm seine berufliche Tätigkeit übel.

"Rehhahn hat eine herbe Niederlage erlitten", sagt Thomas Spiegel. Der SPD-Direktkandidat für den Wahlkreis 41 Querfurt formuliert das mit Genugtuung. Denn Spiegel hat zusammen mit anderen Delegierten aus dem Süden am Wochenende auf dem SPD-Parteitag den Widerstand gegen Helmut Rehhahn organisiert. Der Ex-Agrarminister hatte sich um Platz 25 der Landesliste beworben; er bekam nur 32 Stimmen - sein Herausforderer Jürgen Barth erhielt 65. Der Parteivorstand hatte Rehhahn vorgeschlagen, weil er als Landwirtschafts-Experte gilt. Das Fachwissen bringt Rehhahn mit seiner Beratungsfirma UBM bei Landwirtschaftsprojekten ein. Das ist Parteifreunden ein Dorn im Auge: Er betreut zwei Vorhaben zum Bau von Schweinemast-Anlagen.

In Gerbisbach bei Jessen (Kreis Wittenberg) soll eine Anlage für 20 000 Schweine entstehen. Heftig umstritten ist ein Vorhaben in Allstedt (Kreis Sangerhausen), wo eine Mastanlage für etwa 55 000 Schweine geplant ist. Dagegen kämpft eine Bürgerinitiative, sie befürchtet unter anderem Geruchsbelästigungen. Allstedt gehört zu Spiegels Wahlkreis. Es sei mit einer Kandidatur unvereinbar, "dass Rehhahn dort Politik gegen die Leute macht", so Spiegel.

Rehhahn will nach der Abstimmungsniederlage vom Wochenende nun direkt gewählt werden. Er tritt im Jessener Wahlkreis 25 an. Auch dort treibt er ein Mastanlagen-Projekt voran. Aber dort gebe es Unterstützung, so Rehhahn.

SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn sieht in dem Konflikt der Parteifreunde eine "regional zugespitzte Diskussion". Eingreifen will er nicht und hält Rehhahns berufliches Engagement für legitim. Problematisch werde es erst, wenn er tatsächlich in den Landtag gewählt wird. "Dann muss er sich der Mehrheitsmeinung der Fraktion unterwerfen. Er müsste aus seinem Beruf ausscheiden", so Bullerjahn. Rehhahn zeigt dafür Verständnis. Er bereite derzeit den Rückzug aus der Geschäftsführung seiner Beratungsfirma vor. "Ich führe Gespräche zur Umstrukturierung meiner Firma", so Rehhahn.

Mitteldeutsche Zeitung 18.01.06

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ…d=1018881578312

 

 

Mittelstands Anzeiger


12

Mittwoch, 18. Januar 2006, 11:23

Der nächste Sitzungstermin der Initiative ist am 2.2.06 / 19:00 Uhr in der Gaststätte Quernetal

Mittelstands Anzeiger


13

Sonntag, 5. Februar 2006, 10:26

Hier kann man das Video der Initiative für 8 Euro kaufen.

5 Euro gehen direkt auf das Spendenkonto der Initiative

Hier klicken:
http://blb.yourweb.de/wbb2/thread.php?threadid=14204

Mittelstands Anzeiger


Andreas Müller

unregistriert

14

Sonntag, 12. Februar 2006, 11:22

DER SPIEGEL 06/2006, S. 78

Eine Schweinerei!

Rehhahn, SPD-Kandidat Wittenberg/Jessen im Spiegel

Alternative Ost

Holländische Investoren betreiben in Ostdeutschland riesige Schweineställe. Nun planen sie Betriebe, die alle Dimensionen sprengen, die es in der EU bisher gab.

Wer Sachsen-Anhalt mal von einer ganz anderen Seite kennenlernen möchte, wer nichts von Skinheads und Lethargie hören, sondern den Ruck im Osten spüren will, der sollte mit Helmut Rehhahn reden - über Schweinemast.

Schweinemast schaffe Arbeitsplätze und bringe "neues Leben in alte Ställe", doziert Rehhahn. Aus brachliegenden LPG werden bei ihm blühende Landschaften. Und mit der gärenden Schweinegülle würden Biogasanlagen betrieben, die Dörfer mit Strom versorgen könnten. Es hört sich so an, als sei Sachsen-Anhalt da an einer Zukunftstechnologie dran, die das Land auf Jahre aus dem wirtschaftlichen Sumpf ins Trockene bringen könnte.

Rehhahn, 58, ist Agrarökonom mit Promotion. Nach der Wende trat er in die SPD ein und war bis 1996 Landwirtschaftsminister. Für die Landtagswahl im März bereitet er sein politisches Comeback vor, als Direktkandidat im Wahlkreis Jessen. Sein Autotelefon klingelt. Ob er noch Bewerber für die Schweinemast brauche, will ein Bekannter wissen. "Was hast du denn für welche?", fragt Rehhahn. "Ich." "Du? Kümmere dich lieber um deine Schafe."
Für einen Schäfer sei das keine Arbeit, sagt Rehhahn. Die Schweineställe, um die es geht, haben nichts mit bäuerlicher Landwirtschaft zu tun. Es sind Mastfabriken niederländischer Investoren, für die Rehhahn schon seit 1996 durch das Land zieht - hermetisch abgeriegelte, von Hunden bewachte Hochsicherheitstrakte, in denen die Schweine unter Dauerdämmerlicht vegetieren. 0,15 Quadratmeter Platz haben die jungen Ferkel, rund 0,5 die Mastschweine. Damit sie sich vor Stress nicht selbst zerfleischen, wird "Beschäftigungsmaterial" in den Stall gelegt, Reifen und Ketten.

Bis zur Wende galt Niedersachsen als Hochburg der deutschen Mäster. Knapp 5000 Schweine fassen die größten Anlagen. Die in Sachsen-Anhalt sind auf bis zu 80 000 Schweine ausgelegt. Es sind Mega-Fabriken, deren Exkremente denen einer Stadt mit 180 000 Einwohnern entsprechen. In der EU gibt es mit solchen Dimensionen bislang keinerlei Erfahrung. Schon die bisherige Masttierhaltung führte etwa in Flandern und Niedersachsen zu hoffnungslos übersäuerten Böden. Die ständige Überdosis Gülle brachte die niederländische Regierung sogar dazu, den Mästern Prämien für die Stilllegung ihrer Betriebe zu zahlen. Eine lohnende Alternative scheint nun das dünnbesiedelte Sachsen-Anhalt mit den vielen verfallenen LPG-Ställen.

Sechs Projekte mit insgesamt 200 Millionen Euro Investitionen betreue er, sagt Rehhahn. Und in den meisten davon hängt Harry van Gennip mit drin. Der niederländische Investor begann 1994 in Sandbeiendorf in der Altmark, wo er die Ställe einer ehemaligen LPG weiter nutzte. Inzwischen werden dort 65 000 Schweine gemästet. Während in Sandbeiendorf kaum gegen das Vorhaben gemäkelt wurde, scheint es für van Gennip und Rehhahn im brandenburgischen Haßleben schwieriger zu werden. 85 000 Tiere sollen hier in einer renovierten LPG zusammengepfercht werden. Vor der Wende, als die Genossenschaft sogar mit 136 000 Schweinen operierte, war der Ammoniakgestank manchmal kaum auszuhalten. Die Fische im nahen See starben, und der Rat des Kreises wurde mit Eingaben genervter Bürger überschwemmt.

Im aktuellen Streit gibt es allerdings nicht nur Mast-Gegner: Der Initiative "Kontra Industrieschwein", die sogar ein "Free-the-Pigs-Festival" auf die Beine stellte, stehen die Befürworter der Anlage gegenüber, die mit "Pro Schwein"-Shirts durch den Ort laufen. "Wir haben bei denen gewisse Kosten übernommen", sagt Rehhahn, der den Befürwortern einen Internet-Auftritt spendierte - und für die nötige Argumentationshilfe sorgte: Ganz genau werden auf der Homepage die entstehenden 54 Arbeitsplätze aufgelistet. "Dafür geraten etwa 65 Familienbetriebe unter Druck", sagt Detlef Breuer von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands.

Während es bei manchen von Rehhahns Projekten noch an der Genehmigung mangelt, hat sich vergangene Woche in Magdeburg bereits der Widerstand organisiert. Unter der Ägide des BUND vereinten sich die Gegner im "Aktionsbündnis für artgerechte Tierhaltung". Hans-Jürgen Wolf etwa betreibt in Gerbisbach an der Elbe eine Hundeschule. Mit sechs Mitarbeitern bildet er Minensuchhunde für die Uno aus. "Der Ammoniakdunst der geplanten Mastanlage würde den Hunden die Schleimhäute verätzen", fürchtet Wolf. Wäre die Anlage schon gebaut, dann hätte sie vor drei Jahren meterhoch im Flutwasser der Elbe gestanden - ein unkalkulierbares Risiko.

Für neuprojektierte Anlagen wie die in Mahlwinkel hat Rehhahn neue Ammoniakfilter zusagt. In den internen Planungsunterlagen - erstellt von einer Tochterfirma des stets industriefreundlichen Bauernverbands - ist allerdings unter Punkt 2.2.5. nur von "Ventilatoren" die Rede.

Was auf die Anwohner zukommt, folgt unter Punkt 2.5.: 25 bis 30 Lkw-Fahrten pro Woche mit Futter, 30 Fahrten zur Abholung von Schlachttieren. 5530 Lkw-Touren Gülle pro Jahr. Etwa 16 000 Schweine werden pro Jahr noch vor der Fahrt zum Schlachthof sterben. Deswegen wird täglich ein Lkw kommen und Kadaver abholen.

NILS KLAWITTER

15

Sonntag, 12. Februar 2006, 12:33

Von wann ist der Artikel. Ist das Thema nicht schon durchdiskutiert ?

Übrigens die "Grünen" haben ja teilweise auch einen eigenartigen Standtpunkt zu diesem Thema.

Zitat: So lange die Schweine ihre enstprechende Quadratmeterzahl Stallfläche haben und es ihnen gut geht....warum nicht"

Die Quelle poste ich mal nicht aber Andreas du weist wenn ich meine.

Das ist natürlich auch sehr hart :sci für die Betroffenen.


AF

Mittelstands Anzeiger


Andreas Müller

unregistriert

16

Sonntag, 12. Februar 2006, 21:39

Hallo Andreas,

der Spiegel-Artikel ist von letzter Woche, also neu. Auch wenn viele Fakten bereits bekannt sind, ist es doch interessant, es komprimiert zu lesen.

Woher Du Dein Zitat hast, weiß ich nicht. Es ist auf jeden Fall bei Bündnis90/Die Grünen eine grundsätzliche Ablehnung dieser Schweinefabriken, und zwar aus ethischen Gründen. Bei Allstedt kommt noch die Lage des Grundstücks als Ablehnungsgrund dazu. Das heißt, abgelehnt!

Michael, Dein abschätziger Ton scheint mir nicht hilfreich in dieser Sache zu sein, wo Du doch gegen diese Megaanlage bist. Die Fakten sprechen doch wohl eine klare Sprache!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andreas Müller« (12. Februar 2006, 21:40)


17

Dienstag, 14. Februar 2006, 07:12

Mein Zitat stammt von eurer Versammlung, die ich besucht habe, als man dich gewählt hat.
Es war der Herr der 2 Plätze links neben mir.
Es war deutlich zu hören und ich hatte mich damals schon gewundert das du da nichts dazu gesagt hast.

AF

Mittelstands Anzeiger


Andreas Müller

unregistriert

18

Dienstag, 14. Februar 2006, 21:56

Sehr geehrte Skeptiker,
um Eurer Skepsis entgegenzuwirken, zitiere ich einen Satz aus dem Wahlprogramm von Bündnis90/Die Grünen, Seite 18:

"Wir wenden uns energisch gegen die Errichtung industrieller Tierhaltungsanlagen."

Der gilt vor und nach der Wahl! Da stehe ich 100 %ig dazu!

Anbei noch ein Foto der Bundestagsabgeordneten Undine Kurth vom 11.02.06 mit dem Video der Bürgerinitiative, die immer auf sie zählen kann!

Andreas Müller

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andreas Müller« (14. Februar 2006, 22:02)


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Donnerstag, 16. Februar 2006, 22:19

Heute wurde das im Dezember 2005 begonnene Gespräch mit dem Ministerpräsidenten Prof. Dr. Böhmer in seinem Amtssitz fortgeführt. Am Gespräch beteiligten sich auf Seiten der Landesregierung neben dem Ministerpräsidenten u.a. Finanzminister Prof. Paqué und LIMSA-Chef Gerst. Die Bürgerbewegung vertraten Sprecher des Mittelstandes, der Kommunalpolitik und des Umweltschutzes.

Wie bereits berichtet, gab es am 19.12.2005 das erste Gespräch, in dem seitens der Bürgerbewegung auf zahlreiche kritische Handlungen einzelner Vertreter der Landesregierung aufmerksam gemacht wurde. Böhmer brachte zu einigen dieser Diskussionspunkte damals seine Verwunderung zum Ausdruck und versprach diesen Problemen nachzugehen. Dies bezog sich insbesondere auf die praktizierte Vergabeentscheidung, die Nichtbeachtung der Standortbedingungen im Rahmen der Verkaufsentscheidung und die Missachtung der Bevölkerung aus den Anliegerkommunen.

„Heute also“, so der Sprecher der Bürgerbewegung, Bernhard Schneider, „haben wir Antworten auf damalige Fragen erwartet und glaubten miteinander über Alternativen zu sprechen.“ Weiter betont Schneider: „Wir waren voller Zuversicht und voller Vertrauen in diese Gesprächsrunde gegangen. Schließlich glaubten wir, im Ministerpräsidenten einen aufmerksamen und glaubwürdigen Politiker zu haben.“

Leider zog sich Ministerpräsident Böhmer auf die Positionen seines Finanzministers und des LIMSA-Chefs zurück. Beide, am Verfahren maßgeblich beteiligt, trugen die ihrerseits bereits bekannten Begründungen für ihre Entscheidungen vor. Böhmer, so die Vertreter der Bürgerbewegung, gab schnell zu verstehen, dass die Entscheidungen gefällt sind und er wert darauf legt, Verdächtigungen/Vermutungen der Bürger auszuräumen. Leider war ein intensiver Meinungsaustausch nicht gewünscht und zeitlich nicht vorgesehen, so dass für alle Beteiligten das Gesprächsergebnis unbefriedigt war.

Es bleibt also dabei, unsere Argumente gegen den Bau einer Schweinefabrik im Ziegelrodaer Forst bleiben bestehen. Wir sehen nach wie vor
 

  • Verletzungen beim Ausschreibungsverfahren und der Zuschlagserteilung
    (Nichtbeachtung der Schutzgüter im Umfeld, Benachteiligung des Bieters aus der Region)
  • Gefahren, Belästigungen und Nachteile infolge entstehender Verunreinigungen für Schutzgüter Mensch, Luft, Wasser, Boden, Wald, Pflanzen und Tiere
    (Ammoniak und Gülle gefährden das angrenzende FFH-Gebiet, bewirken weitere Schäden an Eichenwäldern des Ziegelrodaer Forstes, führen zu Wasserverunreinigungen im weiteren Umfeld, bringen Nachteile und Belästigungen für die Anwohner und Touristen)
  • eine Missachtung des Willens der Bevölkerung der Anliegerkommunen
    (alle Anliegerkommunen wehren sich gegen die geplante Schweinefabrik, mindestens 30.000 Bürger)
  • eine Verletzung der artgerechten Tierhaltung und eine Überproduktion von Schweinefleisch im Land Sachsen-Anhalt
    (Kapazitätsaufstockung im Schlachthof Weißenfels, Allstedt ist Spitze des Eisberges, Profit für Wenige, Belastungen zu Lasten unserer Natur, unserer Menschen und der Kreaturen)
  • nachteilige Einflüsse bei der weiteren Entwicklung der Tourismuswirtschaft
    (historische, kulturelle, landschaftliche und logistische Standortvorteile werden missachtet und beeinträchtigt)
  • keine nachhaltige Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt
    (Planung und Bau der Schweinefabrik wird, wenn überhaupt, erst in 4-5 Jahren einige Arbeitsplätze schaffen, sicherlich aber mehr vernichten; Alternative Heidepark könnte sofort umgesetzt werden; Chance für innovative Investitionen auf diesem Gelände wurde vergeben).
     

Mit den häufig geäußerten Bemerkungen von Regierungsvertretern, „wir essen alle gern Schweinefleisch und das Genehmigungsverfahren stehe ja noch aus“, kann man uns nicht beschwichtigen“, so Schneider. Schließlich erzeugt Sachsen-Anhalt bereits ausreichend Schweinefleisch. Die Meldungen über Gammelfleisch waren nicht zu überhören. Profite zu Lasten unserer Heimat werden wir nicht widerspruchslos hinnehmen. Schließlich hat Sachsen-Anhalt viele Altlasten, wir brauchen keine neuen „Baldlasten“.

Ziel der Bürgerbewegung, so Schneider, bleibt weiterhin, den Bau einer Schweinefabrik, ob nun mit 100.000 oder 50.000 Tierplätzen zu stoppen und schnell neue und sinnvolle, umweltverträgliche und arbeitsplatzschaffende Lösungen für den Flugplatz zu finden.

Am 20.02.06, 18.30 Uhr, wird der Ministerpräsident im Nordstern in Querfurt sein. Auf diesem Forum erwartet die Bürgerbewegung eine eindeutige Position der Landesregierung zur Entwicklung unserer Region und zu den offenen Fragen in Sachen Schweinefabrik. Bürger, die ihren Unwillen kundtun wollen, sollten die Gelegenheit wahrnehmen und rechtzeitig vor dem Nordstern Herrn Böhmer in Empfang nehmen.

Bernhard Schneider    
i.A. der Bürgerbewegung

Mittelstands Anzeiger


Lapu-Lapu

unregistriert

20

Sonntag, 19. Februar 2006, 12:06

Wahlversprechen ohne Verfallsdatum

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Hier wird die Aufmerksamkeit des Wahlvolkes benötigt:

Link zur Aktion: http://www.schweinefabrik-allstedt.de

Diese Aktion sollte über alle denkbaren Kanäle bekannt gemacht werden, damit die sich zur Wahl stellenden Politiker den Druck des Souveräns (so nennt man ja gern den Wähler, den alle paar Jahre das Karussell der Demokratie überrundet) spüren.
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