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Dienstag, 14. Juli 2009, 07:19

In Merseburg kann man Sex studieren

Sex als Studienfach

Merseburg (RPO). Wer dieses Fach studiert, muss sich an anzügliche Witze gewöhnen. An der Fachhochschule Merseburg können Studenten Angewandte Sexualwissenschaft wählen - eine Premiere in Deutschland. Absolventen können später beispielsweise in der Paar- und Familienberatung arbeiten.

In dem Fach lernen Studenten, wie sich das Thema auf behutsame Weise ansprechen lässt. "Über sexuelle Probleme zu reden, ist immer noch tabu", sagt Prof. Harald Stumpe von der Fachhochschule Merseburg. Das gelte paradoxerweise auch in der heutigen, scheinbar so aufgeklärten Zeit. So blicke einem inzwischen zwar an nahezu jeder Straßenecke nackte Haut auf Werbeplakaten entgegen. Gleichzeitig sei es aber verpönt, über Potenzprobleme oder Orgasmusschwierigkeiten zu sprechen.

Vielmehr könnten die Bilder von perfekten Körpern in der Werbung zum Lustkiller werden, weil sie Jüngere unter Leistungsdruck setzen. "Über ihre eigenen sexuellen Wünsche mit dem Partner zu reden, trauen sich viele dagegen nicht", sagt Stumpe. Auch Sex im Alter oder die Homo-Ehe seien gesellschaftlich längst noch nicht überall akzeptiert.

Im Studium stehen zum einen Soziologie, Psychologie und Biologie auf dem Lehrplan. Daneben nehmen Studenten auch rechtliche Aspekte durch. Absolventen können später in der Familien- und Paarberatung arbeiten. Daneben sind sie zum Beispiel in der Aidshilfe tätig oder beschäftigen sich im Kinderschutz mit Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt und Missbrauch.

Studieren lässt sich das Fach in dieser Form nur in Merseburg, an anderen Hochschulen ist es als Teilbereich der Erziehungswissenschaften oder der Medizin vertreten.

Internet:
www.hochschulkompass.de
www.rp-online.de/public/article/beruf/bi…tudienfach.html

Mittelstands Anzeiger


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Freitag, 17. Juli 2009, 13:10

Angewandter Sex an der FH

Maximal 25 Plätze sind für das kommende Wintersemester zu vergeben. Fast doppelt so viele Interessenten haben sich beworben. Der Titel des neuen Studiengangs an der Fachhochschule Merseburg klingt auch sehr verlockend: Angewandte Sexualwissenschaft. Wer möchte das nicht lernen? Noch dazu, wenn man am Ende sogar ein offizielles Zeugnis und einen akademischen Grad dafür bekommt.

«Dass manche beim Titel dieses Fachs anfangen zu kichern oder anzügliche Witze reißen, ist typisch», sagt Studienberater Prof. Harald Stumpe. «Denn offen über Sex zu reden, ist auch heute noch ein Tabu.» Das soll der Studiengang ändern.

Der Lehrplan liefert ein aufklärerisches Rundum-Paket: Biologie, Psychologie, Soziologie. Die Studenten behandeln außerdem politische und rechtliche Fragen der Sexualität. «Ehen homosexueller Paare oder auch Sex im Alter sind gesellschaftlich längst noch nicht akzeptiert», sagt Stumpe. Seine Studenten lernen, Themen auf behutsame Weise anzusprechen. Die richtige Beratung, wenn es «im Bett einmal nicht rund läuft» oder wenn es zu rund läuft, bei ungewollter Schwangerschaft. Nach sechs Semestern schließt das Studium der Angewandten Sexualwissenschaft mit dem Master of Arts ab.

Praktiker statt Theoretiker

«Das Angewandte ist die Spezialität einer Fachhochschule. Wir bilden keine Theoretiker aus, sondern Praktiker», sagt Stumpe und betont gleich hinterher: «Ich meine damit jetzt nichts Spezifisches bei unserem Fach, auch viele andere Studiengänge tragen dieses Wort im Namen.» Die Studenten sollten schnell in der Arbeitswelt Fuß fassen können.

Ihre Berufsmöglichkeiten sind breit gefächert. Die Absolventen können in der Familien- und Paarberatung arbeiten, in Kinderschutzdiensten bei sexueller Gewalt und Missbrauch beraten, oder in der Aids-Hilfe tätig sein. Auch Sozial- und Gesundheitsämter sind mögliche Arbeitgeber.

Als eigenständiges Fach lässt sich Angewandte Sexualwissenschaft deutschlandweit nur an der Hochschule Merseburg im Süden Sachsen-Anhalts studieren. «Nur manchmal ist es auch ein Teilgebiet bei Erziehungswissenschaften oder in der Medizin», sagt Stumpe. «Unsere Studenten werden auf jeden Fall gefragte Spezialisten sein.» Sicher nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch auf jeder Party.

Christina Merkel
http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=1052282&kat=263

Mittelstands Anzeiger


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