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Freitag, 18. März 2005, 19:22

Der Kleinlauchstädter Teich

Frühlingsanfang: Neues Biotop für Frösche, Lurche und Libellen

Teich bei Bad Lauchstädt im Zuge des Eisenbahnbaus aufgewertet

Leipzig/Bad Lauchstädt. DB. Der Kleinlauchstädter Teich und sein Umfeld am Ortsrand der Stadt Bad Lauchstädt im Landkreis Merseburg/Querfurt sind zu einem grünen Schmuckstück umgewandelt worden. Eng haben dabei die Stadt und die zuständigen Behörden zusammengearbeitet. Der ökologische Ausbau steht im Zusammenhang mit dem Bau der Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt - Leipzig/Halle (Saale). Die Flora und Fauna des Biotops werden nun zum Frühlingsanfang erstmalig zum Leben erwachen. Derlei Maßnahmen sind bei der Bahn generell Bestandteil der Bauplanung und -finanzierung.

Die Rekultivierungsarbeiten mit schwerem Gerät erfolgten im Winterhalbjahr 2001/02. Danach waren Mitarbeiter einer Spezialfirma regelmäßig vor Ort, um Büsche zu verschneiden, Gras zu mähen oder die Wasserqualität zu kontrollieren. Jetzt, nach intensiver Anwuchs- und Entwicklungspflege ist die Saat sozusagen aufgegangen. Es entstand ein Biotop, das in Beziehung mit der umliegenden Flora und Fauna tritt und für diese von Nutzen ist.

Das Projekt heißt: "Ökologische Aufwertung Teich Kleinlauchstädt". Es umfasst eine Fläche von ca. zweieinhalb Hektar. Die Aufwertung geht wesentlich über die etwa 6.000 Quadratmeter große Teichfläche hinaus. Investiert wurden rund 400.000 Euro.

Ein Rückblick: Das jetzige Kleinlauchstädter Biotop war ein künstlicher Teich, aus dem früher die umliegenden Felder bewässert wurden. Der Teich war zugewachsen und vom Nährstoffeintrag geschädigt. Eine dicke Schlammschicht bedeckte den Boden und entzog dem Wasser durch Faulprozesse den Sauerstoff. Als erstes wurden darum über 2.600 Kubikmeter Schlamm ausgebaggert, 400 Kubikmeter Erde zur Abflachung der Böschung abgetragen. Danach entstanden mit Feinkies und Grobsand vorbereitete Flachwasserzonen und Schilfbereiche für Wasser- und Luft-Tiere. Anschließend an den Teich wurde eine 6.500 Quadratmeter große Wiese ökologisch aufgewertet, davon 4.000 Quadratmeter als Feuchtwiese mit Binsen und Schilf. Ein idealer Tummelplatz für Frösche, Lurche und Libellen.

Insgesamt wurden für das künftige Biotop 240 verschiedene Stauden an der Wasserlinie gepflanzt, z.B. Kalmus, Froschlöffel, Blumenbinse (gelbblütig) oder Sumpfdotterblume. Oberhalb der Wasserlinie an feuchten Standorten gedeihen Mädesüß, Sumpfschwertlilie und Wiesenknöterich. 43 Bäume, z.B. Schwarzerle, Hainbuche, Esche, Stieleiche, Flatterulme, Süß- und Vogelkirsche sowie 70 Sträucher wie Traubenkirsche, Hasel oder Schneeball gestalten die Umgebung an trockeneren Standorten.

Nicht zuletzt blieben die bestehende Wegeverbindungen erhalten. Eine Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer führt über die Laucha. Um die Brücke in die Gestaltung des Biotops einzupassen, wurde sie aus Eichenholz gezimmert. Darüber hinaus entstanden Wege für Unterhaltung und Pflege des Biotops, deren Einfahrt durch Poller gesichert ist.

Als Ausgleich für die Eingriffe in die Natur durch den künftigen Streckenneubau realisiert die Bahn sogenannte landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen, und zwar bevor die eigentlichen Arbeiten an der Trasse beginnen. Ziel ist, die entstehenden Beeinträchtigungen bereits im Vorfeld zu kompensieren.

http://www.hallanzeiger.de/lokalnachrich…8/db_biotop.htm

Das mus man nun aus dem Hallanzeiger erfahren. Na egal jetzt wissen wir es. Ich werde demnächst noch Bilder hinzufügen.

AF

Mittelstands Anzeiger


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Freitag, 10. Juni 2005, 22:08

Tote Fische im neuen Biotop

Ordnungsamt:
Ursache war Sauerstoffmangel - Fischbestand allerdings illegal


VON Gerhard Grulke, 10.06.05, 16:58h, aktualisiert 10.06.05, 21:04h


Tote Fische trieben in diesem neuen Biotop. Sie dürften hier gar nicht drin sein. Herbert Rosenkranz, dessen Garten hier angrenzt, ist überzeugt, dass sie - einst heimlich eingesetzt - nun an Sauerstoffmangel starben. «Aber auch die Enten haben einen Anteil daran, dass Fischlaich hierher übertragen wurde», vermutet er. (MZ-Foto: Peter Wölk)


Bad Lauchstädt/MZ. Tote Fische dümpeln im östlichen Uferbereich des neuen Biotops im Ortsteil Kleinlauchstädt. Es sind im wesentlichen Weißfische, die Goldfische dürften sich seit geraumer Zeit wieder erholt haben, von ihnen waren am Freitag keine angespülten Artgenossen mehr zu entdecken.
"Da waren am Donnerstag Leute da, die haben die toten Fische abgekäschert. Als es vor vierzehn Tagen am Wochenende so drückend heiß war, schnappten viele nach Luft, sind dann verendet und haben nach einigen Tagen gestunken", erzählt Herbert Rosenkranz, der in der Kleinlauchstädter Straße 14 wohnt und dessen Garten unmittelbar an den Weg ums idyllische Biotop angrenzt. Rosenkranz kann sich noch an das große Fischsterben vor etwa zehn Jahren erinnern. Da war das heutige Biotop noch alter LPG-Felderbewässerungsteich, total verschlammt, und es stank im ganzen Ortsteil zum Himmel, weil fast alle Fische verendet waren (die MZ berichtete). Damals war eine lange Hitzeperiode die Ursache.

Nach dem Umbau des alten Bewässerungsteiches durch die Deutsche Bahn AG sollten eigentlich keinerlei Fische mehr in das Biotop. Frösche, Lurche, Wasservögel und verschiedenes anderes Getier hätten die einzigen Bewohner des ökologisch aufgewerteten Areals bleiben müssen. "Doch einige unvernünftige Zeitgenossen haben hier Fische eingesetzt. Der Fischbestand ist illegal. Und so etwas haben wir nun davon", so Hartmut Schaks, der Ordnungsamtsleiter der Goethestadt am Freitag. Von ihm war noch zu erfahren, dass jedes Jahr einmal abgefischt werde, damit es nicht zu solchen Dingen kommt. Doch durch übermäßiges Algenwachstum habe es plötzlich an Sauerstoff im Wasser gefehlt. Von Seiten der Stadt habe man sofort gehandelt, die Laucha angestaut und Frischwasser in den rund 6000 Quadratmeter großen Teich gelassen.

Das Areal war in den Jahren 2001 / 2002 als Ausgleichsmaßnahme der Bahn im Vorfeld des Neubaus der Strecke Erfurt-Leipzig / Halle für rund 400 000 Euro umgebaut und mit 240 Stauden und und 43 Bäumen bepflanzt worden. Das gesamte Biotop, zu dem auch eine große Feuchtwiese gehört, durch das auch Wanderwege führen, umfasst fast 13 000 Quadratmeter.

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ…d=1018348861894

Mittelstands Anzeiger


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