Frühlingsanfang: Neues Biotop für Frösche, Lurche und Libellen
Teich bei Bad Lauchstädt im Zuge des Eisenbahnbaus aufgewertet
Leipzig/Bad Lauchstädt. DB. Der Kleinlauchstädter Teich und sein Umfeld am Ortsrand der Stadt Bad Lauchstädt im Landkreis Merseburg/Querfurt sind zu einem grünen Schmuckstück umgewandelt worden. Eng haben dabei die Stadt und die zuständigen Behörden zusammengearbeitet. Der ökologische Ausbau steht im Zusammenhang mit dem Bau der Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt - Leipzig/Halle (Saale). Die Flora und Fauna des Biotops werden nun zum Frühlingsanfang erstmalig zum Leben erwachen. Derlei Maßnahmen sind bei der Bahn generell Bestandteil der Bauplanung und -finanzierung.
Die Rekultivierungsarbeiten mit schwerem Gerät erfolgten im Winterhalbjahr 2001/02. Danach waren Mitarbeiter einer Spezialfirma regelmäßig vor Ort, um Büsche zu verschneiden, Gras zu mähen oder die Wasserqualität zu kontrollieren. Jetzt, nach intensiver Anwuchs- und Entwicklungspflege ist die Saat sozusagen aufgegangen. Es entstand ein Biotop, das in Beziehung mit der umliegenden Flora und Fauna tritt und für diese von Nutzen ist.
Das Projekt heißt: "Ökologische Aufwertung Teich Kleinlauchstädt". Es umfasst eine Fläche von ca. zweieinhalb Hektar. Die Aufwertung geht wesentlich über die etwa 6.000 Quadratmeter große Teichfläche hinaus. Investiert wurden rund 400.000 Euro.
Ein Rückblick: Das jetzige Kleinlauchstädter Biotop war ein künstlicher Teich, aus dem früher die umliegenden Felder bewässert wurden. Der Teich war zugewachsen und vom Nährstoffeintrag geschädigt. Eine dicke Schlammschicht bedeckte den Boden und entzog dem Wasser durch Faulprozesse den Sauerstoff. Als erstes wurden darum über 2.600 Kubikmeter Schlamm ausgebaggert, 400 Kubikmeter Erde zur Abflachung der Böschung abgetragen. Danach entstanden mit Feinkies und Grobsand vorbereitete Flachwasserzonen und Schilfbereiche für Wasser- und Luft-Tiere. Anschließend an den Teich wurde eine 6.500 Quadratmeter große Wiese ökologisch aufgewertet, davon 4.000 Quadratmeter als Feuchtwiese mit Binsen und Schilf. Ein idealer Tummelplatz für Frösche, Lurche und Libellen.
Insgesamt wurden für das künftige Biotop 240 verschiedene Stauden an der Wasserlinie gepflanzt, z.B. Kalmus, Froschlöffel, Blumenbinse (gelbblütig) oder Sumpfdotterblume. Oberhalb der Wasserlinie an feuchten Standorten gedeihen Mädesüß, Sumpfschwertlilie und Wiesenknöterich. 43 Bäume, z.B. Schwarzerle, Hainbuche, Esche, Stieleiche, Flatterulme, Süß- und Vogelkirsche sowie 70 Sträucher wie Traubenkirsche, Hasel oder Schneeball gestalten die Umgebung an trockeneren Standorten.
Nicht zuletzt blieben die bestehende Wegeverbindungen erhalten. Eine Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer führt über die Laucha. Um die Brücke in die Gestaltung des Biotops einzupassen, wurde sie aus Eichenholz gezimmert. Darüber hinaus entstanden Wege für Unterhaltung und Pflege des Biotops, deren Einfahrt durch Poller gesichert ist.
Als Ausgleich für die Eingriffe in die Natur durch den künftigen Streckenneubau realisiert die Bahn sogenannte landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen, und zwar bevor die eigentlichen Arbeiten an der Trasse beginnen. Ziel ist, die entstehenden Beeinträchtigungen bereits im Vorfeld zu kompensieren.
http://www.hallanzeiger.de/lokalnachrich…8/db_biotop.htm
Das mus man nun aus dem Hallanzeiger erfahren. Na egal jetzt wissen wir es. Ich werde demnächst noch Bilder hinzufügen.
AF