Wilfried Tupy, Ortsbürgermeister von Bad Lauchstädt, hat nun viel Zeit für
Ehrenamt
Bad Lauchstädt/MZ. Nicht nur für
die Kinder und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt ist am Mittwoch der letzte
Schultag. Auch mancher Lehrer nimmt Abschied von seiner Klasse und den
Kollegen. So geht es Wilfried Tupy, der nach den Ferien nicht wieder an die
August-Bebel-Sekundarschule Leuna zurückkehrt.
Angst, dass ihm irgendwann langweilig wird, hat der rührige
Stadtratsvorsitzende trotzdem nicht. Tupy, seit Jahren bei den Freien
Wählern engagiert, wurde zum Ortsbürgermeister von Bad Lauchstädt gewählt.
Und da passt es richtig gut, dass er jetzt viel mehr freie Zeit für sein
Ehrenamt erübrigen kann. Zwar werden die "großen" Entscheidungen im Stadtrat
getroffen und das Rathaus ist für die Verwaltungsgeschäfte zuständig. Doch
mit den vielen "kleinen Dingen" wenden sich zahlreiche Lauchstädter häufig
auch direkt an den Ortsbürgermeister.
"Ich
bin viel im Stadtgebiet unterwegs und da werde ich oft angesprochen",
erzählt er. Einmal wöchentlich hält er Sprechstunde im Rathaus - immer
Dienstag von 16 bis 18 Uhr. "Andere Termine sind nach Absprache natürlich
möglich", ergänzt er. Engen Kontakt hält er zur Bürgermeisterin Ilse
Niewiadoma (FDP), da kann er auch Hinweise und Kritiken weitergeben. "Viele
Einwohner bewegt der schlechte Zustand der Straßen und Gehwege", spricht der
60-Jährige aus Erfahrung. Solche Probleme bringt Tupy auch im Hauptausschuss
des Stadtrates vor - schon mit Blick auf mögliche Investitionen in den
nächsten Jahren.
Manches ließe sich aber auch kurzfristig ändern, ist er überzeugt. So will
er sich um eine baldige Reparatur des Gehweges im Stadtzentrum von Höhe des
Schlecker-Marktes bis zur Badeschlippe sowie der Schlippe bemühen. "Vor
allem ältere Bürger mit einem Rollator kommen doch hier gar nicht vorwärts",
fasst er oft geäußerte Kritiken zusammen. Am Herzen liegt ihm auch die
Wiederbelebung des Wochenmarktes sowie ein grundsätzliches Konzept zur
Gestaltung des Lauchstädter Marktes.
Als
Schwerpunkt seiner Tätigkeit sieht Wilfried Tupy die Unterstützung der
Vereine. Dafür stehen, wie in allen Ortsteilen, finanzielle Mittel in Höhe
von fünf Euro pro Einwohner (symbolisch gesehen) zur Verfügung. Verwandt
werden sie für Heimatpflege im weiteren Sinne - wie Feste oder Märkte im
Ort. Eine Ausnahme bildet das Brunnenfest: Weil es überregionale Bedeutung
hat, hat es einen festen Posten im Haushalt der "großen" Stadt Bad
Lauchstädt.