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Jürgen Hedler (links) und Roland Winkler
kümmern sich in der Arbeitsgruppe «Ausstellung» um die Vorbereitung
der Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum. Zahlreiche Exponate haben sie
bereits zusammengetragen, sie werden dann in der Schule ausgestellt.
(MZ-Foto: Thomas Meinicke )
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Diesen edlen Gerstensaft in der Ein-Liter-Flasche mit traditionellen Klickverschluss hat der Verein nämlich extra brauen lassen. Verkauft wird es zum Preis von 3,50 Euro in verschiedenen Geschäften der Stadt. Ein Teil des Verkaufserlöses fließt in die Veranstaltungen zum 450-jährigen Stadtjubiläum in Schafstädt. Dazu findet vom 20. bis zum 29. Juni eine Festwoche statt, deren Höhepunkt ein Umzug am letzten Juni-Sonntag ist. Der Verein hat die Vorbereitungen gemeinsam mit dem früheren Stadtrat in die Hand genommen. Drei Arbeitsgruppen kümmern sich um die verschiedenen Belange von Kultur über Sport bis zum Umzug.
Winkler ist in der Arbeitsgruppe "Ausstellung" und hat in seinem alten Schulfreund Jürgen Hedler den denkbar besten Partner. War es doch der langjährige Ortschronist Hedler, der überhaupt herausgefunden hat, dass Schafstädt im Jahre 1558 das Stadtrecht erhielt. "Die erste urkundliche Erwähnung war um 830 bis 850 und das Marktrecht erhielten wir vor 470 Jahren", ergänzt der 57-Jährige.
Gemeinsam haben sich beide in die Vorbereitung einer umfassenden Ausstellung gestürzt und schon zahlreiche Exponate zusammengetragen. Dafür nutzen sie die Räumlichkeiten in der Schule und wollen auch das Schulmuseum einbinden. Ein Aufruf an die Schafstädter, historische Erinnerungsstücke leihweise zur Verfügung zu stellen, fand zwar nicht die erhoffte große Resonanz, aber etliches brachten die Leute doch vorbei. Zudem bringt Roland Winkler, selbst leidenschaftlicher stadtgeschichtlicher Sammler, eigene Leihgaben mit. "Wir wollen zeigen, wie Schafstädt früher einmal aussah, aber auch, welche Gewerke und Betriebe hier ansässig waren", erklärt Jürgen Hedler das Konzept.
Neben Biertrinkern können übrigens auch Heimatfreunde und Philatelisten die Fest-Finanzierung unterstützen. Der Verein hat Briefumschläge mit Abbildungen historischer Gebäude und aufgedruckter Stadtrecht-Briefmarke (ohne Wertangabe - nicht für den postalischen Gebrauch) drucken lassen. Eines der Motive zeigt das alte efeubewachsene Guthaus in früherer Pracht.
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Die ersten Siedler mit Vieh und
Ochsenkarren. Das Schaf als Namenspatron durfte zum Ergötzen der
Zuschauer natürlich nicht fehlen. Und die Kleidung damals hielt auf
jeden Fall warm. (MZ-Foto: Peter Wölk)
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Die Feierlichkeiten gipfelten am Sonntag in einem historischen Festumzug, der Hunderte Schaulustige in seinen Bann zog. Allen voran die ersten Siedler mit Schafen, einem Ochsengespann und der ersten Hütte der Siedler. Das Schaf und die Ziege weckten die Neugier des siebenjährigen Tino, der sich mit seiner Oma den Umzug ansah.
"Kommt das Schaf wirklich aus Schafstädt?", wollte er wissen. Wie wurde da am Rande immer wieder gejauchzt, als die Schafstädter erkannt wurden, die sich in die Kostüme gezwängt hatten. Herrschaftlich in einer Kutsche war die Bürgermeisterin Bad Lauchstädts, Ilse Niewiadoma, unterwegs.
Mit viel Liebe waren die etwa 30 Bilder zusammengestellt. Verurteilte standen am Schandpfahl, Soldaten aus dem 30-jährigen Krieg zogen vorbei. Die Biedermeierzeit fehlte ebenso wenig wie die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als die Bodenreform stattfand. Handwerker und Gewerbetreibende des Ortes waren mit Wagen dabei, die Kinder der Grundschule und der Kita "Wolkenschäfchen" winkten in die Menge.
Lanz Bulldogs tuckerten durch die Straßen, gefolgt von modernen Erntemaschinen der heutigen Landwirte. Am Ende machten die Schafstädter Vereine und die Feuerwehr noch einmal richtig Stimmung. "Das war toll", meinte eine kleine Schafstädterin, und sie sprach wohl für alle, die an den Straßenrändern gestanden hatten.