Schlammschlacht am Teich
Sanierung des Kurpa[r]kteiches hat begonnen - Solange es hell ist, bringen die Brummis den Schlamm zur Deponie nach Nemsdorf
Bad Lauchstädt/MZ . Die Szene hat etwas gespenstig Imposantes: Das Wasser im Kurparkteich ist weg, verloren steht die kleine Insel mit dem Schwanenhaus. An der Seite ragen dünne, mit Pflanzenresten verklebte Rohrleitungen heraus. Bis in die Mitte des Gewässers führt eine neu angelegte Schotterstraße, dicht am äußersten Rand gräbt ein Bagger. Frißt sich in die glitschige schwarze Masse, bugsiert Schaufel um Schaufel auf die Ladefläche der Laster. Wenn der eine beladen wieder abfährt (es geht zur Deponie nach Nemsdorf), rollt schon der nächste an. 250 Kubikmeter Schlamm werden 'rausgeholt am Tag, das sind etwa 15 bis 20 Tonnen. Die Fachleute schätzen die
Gesamtmenge auf rund 3 700 Kubikmeter, eine etwa eineinhalb Meter dicke Schicht.
Die Sanierung des Teiches in den Historischen Kuranlagen in Bad Lauchstädt ist ein Wettlauf mit der Zeit. Ende Mai soll sich die Sonne wieder im klaren Wasser spiegeln, die Springbrunnen ihre Fontänen in die Luft sprühen, die Besucher am Ufer flanieren können. „Als die Bewilligung der Mittel vom Land vorlag, haben wir sofort die Aufträge ausgeschrieben", schildert Rudolf Rabiega, Geschäftsführer des projektbetreuenden Planungsbüros. Den Zuschlag bekam die Teutschen-thaler Firma Watis Bau, gearbeitet wird solange es hell ist - von 6.30 Uhr bis gegen 21 Uhr.
1965 ist der Teich das letzte Mal entschlammt worden.
Damals,weiß Rabiega, wurde auch das neue Bett für die Laucha gelegt, der alte Tunnel führt noch durch den Teich und bleibt als Hochwasserschutz erhalten. In solchen Fällen strömt die Laucha durch den Teich, der Abfluß wird im Zusammenhang mit der Sanierung der Ufermauer wieder in Ordnung gebracht. Bis Anfang Mai sollen die Schlammberge verschwunden sein, dann beginnt das Abstrahlen und Verfugen der Mauer. Die Arbeiten will Rabiega so koordinieren, daß so bald als möglich wieder Wasser einlaufen kann. Mit dem natürlichem Zufluß dauert es nämlich seine Zeit; aus Kostengründen soll der künstliche Ein-lauf aber in Grenzen gehalten werden. Sparsamk
[e]it ist oberstes Gebot, die 500 000 Mark vom Land müssen auf jeden Fall reichen.
MZ Meldung Redakteurin ELKE JÄGER
Andreas Fiedler