«Wasser marsch»-Befehl für neuen Einlauf - Bauwerk kostete 1,35 Millionen Euro
VON DIANA DÜNSCHEL, 01.05.09, 10:39h, aktualisiert 01.05.09, 19:25h

Der neue Einlauf der Geisel in den Geiseltalsee bei Mücheln ist am vergangenen Donnerstag offiziell eingeweiht worden. (FOTO: PETER WÖLK)
MÜCHELN/MZ. Das Wetter machte Landeswirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) einen Strich durch die Rechnung. Als er Donnerstagmittag den "Wasser marsch"-Befehl für die offizielle Inbetriebnahme des Geiseleinlaufs bei Mücheln gab, floss zwar eine sichtbare kleine Welle das neue Bauwerk hinab in den Geiseltalsee. Mehr war aber nicht drin. Der Grund: Das Bachbett war aufgrund der vorangegangenen hohen Niederschläge vor der Festveranstaltung mit allerlei Prominenz und vielen neugierigen Anwohnern alles andere als trocken und konnte nicht länger als eine Stunde angestaut werden.
Auf Einladung der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) würdigten die Ehrengäste eine weitere abgeschlossene Sanierungsetappe im früheren Tagebau. LMBV-Chef Mahmut Kuyumcu betonte: "Es ist heute ein Erntetag für Visionen."
Ein bedeutender Meilenstein des technisch anspruchsvollen Großprojekts sei geschafft, und auf die neue Landschaft könne man stolz sein. Gleichzeitig würdigte er die sehr gute Zusammenarbeit zwischen LMBV, Land und Bund. Der Geiseltalsee sei schon heute ein eindrucksvolles Naturerlebnis und die bisher errichteten Bauwerke von hohem architektonischen Niveau, erklärte die Vorsitzende des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung, Elisabeth Wessel. Man sehe, dass Umweltsanierung nicht nur Geld koste, sondern Werte schaffe. "Wir machen hier künftigen Generationen ein Geschenk", fügte sie hinzu.
"Ich hätte nie gedacht, dass die Geisel mal eine kleine Berühmtheit werden würde", staunte Müchelns Bürgermeister Udo Wurzel (parteilos), der unmittelbar neben der Geiselquelle aufgewachsen war.
Begonnen hatten die Arbeiten am Geiseleinlauf im September 2007. Das gesamte Bauwerk erstreckt sich über 450 Meter, der Höhenunterschied dabei beträgt rund 40 Meter. Zur Kreuzung eines Hauptwirtschaftweges und eines Rad- und Wanderweges wurden zwei Brücken errichtet, rund 50 000 Kubikmeter Erdmassen bewegt, 7 000 Tonnen Wasserbausteine sowie 40 000 Tonnen Schotter eingebaut.
Damit sind am Geiseltalsee nun bereits vier Einlaufbauwerke fertig gestellt. Der Petschbach hat seit 2007 eine Anbindung, die Leiha und die Stöbnitz seit 2008 (MZ berichtete). Im Bau befindet sich derzeit noch das Auslaufbauwerk bei Frankleben. Es soll nach Flutungsende im kommenden Jahr dafür sorgen, dass das überschüssige Wasser des Sees in die Geisel abfließt.
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