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Mittwoch, 6. Mai 2009, 19:35

Inbetriebnahme des Geiseleinlaufs

«Wasser marsch»-Befehl für neuen Einlauf - Bauwerk kostete 1,35 Millionen Euro

VON DIANA DÜNSCHEL, 01.05.09, 10:39h, aktualisiert 01.05.09, 19:25h


Der neue Einlauf der Geisel in den Geiseltalsee bei Mücheln ist am vergangenen Donnerstag offiziell eingeweiht worden. (FOTO: PETER WÖLK)

MÜCHELN/MZ. Das Wetter machte Landeswirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) einen Strich durch die Rechnung. Als er Donnerstagmittag den "Wasser marsch"-Befehl für die offizielle Inbetriebnahme des Geiseleinlaufs bei Mücheln gab, floss zwar eine sichtbare kleine Welle das neue Bauwerk hinab in den Geiseltalsee. Mehr war aber nicht drin. Der Grund: Das Bachbett war aufgrund der vorangegangenen hohen Niederschläge vor der Festveranstaltung mit allerlei Prominenz und vielen neugierigen Anwohnern alles andere als trocken und konnte nicht länger als eine Stunde angestaut werden.

Auf Einladung der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) würdigten die Ehrengäste eine weitere abgeschlossene Sanierungsetappe im früheren Tagebau. LMBV-Chef Mahmut Kuyumcu betonte: "Es ist heute ein Erntetag für Visionen."

Ein bedeutender Meilenstein des technisch anspruchsvollen Großprojekts sei geschafft, und auf die neue Landschaft könne man stolz sein. Gleichzeitig würdigte er die sehr gute Zusammenarbeit zwischen LMBV, Land und Bund. Der Geiseltalsee sei schon heute ein eindrucksvolles Naturerlebnis und die bisher errichteten Bauwerke von hohem architektonischen Niveau, erklärte die Vorsitzende des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung, Elisabeth Wessel. Man sehe, dass Umweltsanierung nicht nur Geld koste, sondern Werte schaffe. "Wir machen hier künftigen Generationen ein Geschenk", fügte sie hinzu.

"Ich hätte nie gedacht, dass die Geisel mal eine kleine Berühmtheit werden würde", staunte Müchelns Bürgermeister Udo Wurzel (parteilos), der unmittelbar neben der Geiselquelle aufgewachsen war.

Begonnen hatten die Arbeiten am Geiseleinlauf im September 2007. Das gesamte Bauwerk erstreckt sich über 450 Meter, der Höhenunterschied dabei beträgt rund 40 Meter. Zur Kreuzung eines Hauptwirtschaftweges und eines Rad- und Wanderweges wurden zwei Brücken errichtet, rund 50 000 Kubikmeter Erdmassen bewegt, 7 000 Tonnen Wasserbausteine sowie 40 000 Tonnen Schotter eingebaut.

Damit sind am Geiseltalsee nun bereits vier Einlaufbauwerke fertig gestellt. Der Petschbach hat seit 2007 eine Anbindung, die Leiha und die Stöbnitz seit 2008 (MZ berichtete). Im Bau befindet sich derzeit noch das Auslaufbauwerk bei Frankleben. Es soll nach Flutungsende im kommenden Jahr dafür sorgen, dass das überschüssige Wasser des Sees in die Geisel abfließt.

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ…d=1018348861894

Mittelstands Anzeiger


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Mittwoch, 6. Mai 2009, 19:38

Infos zur Geisel
(von Wikipedia)
Geisel (Fluss)

Die Geisel ist ein kleiner Nebenfluss der Saale in Sachsen-Anhalt und Namensgeber vom Geiseltal. Sie entspringt in Sankt Micheln (Ortsteil der Stadt Mücheln). Die Geiselquelle wird als Überfallquelle bezeichnet und war einmal eine der größten Quellen Mitteldeutschlands. Sie entsteht aus dem Überlaufwasser eines unterirdischen Grundwasserbeckens, welches unter den Muschelkalkhöhen von St. Micheln liegt. Die Quelle befindet sich auf einer geographischen Höhe von +145 mNN. Der Flusslauf ist 17 km lang und mündet in Merseburg in den Gotthardteich. Hier beträgt die geographische Höhe +86 mNN.

Die ursprüngliche Geiselmündung in die Saale befand sich südlich der heutigen Neumarktbrücke, etwa im Bereich Oelgrube (=Aalgrube). Ursprünglich war das Gelände sehr sumpfig. Mit der Besiedlung der Senke zwischen Domberg und Sixtihügel wurde die Geisel kanalisiert und im 19. Jahrhundert verrohrt. Der alte Abfluss ist an der Südostecke des Gotthardteiches noch zu erkennen. Mittlerweile entwässert der Gotthardteich - und damit mittelbar auch die Geisel - durch den kanalisierten Lauf der Klia, diese mündet nördlich der Dompropstei in die Saale.

Früher war die Geisel ein sehr fischreiches Gewässer. Und entlang ihres Laufes wurden mit ihrer starken Wasserführung, zahlreiche Wassermühlen betrieben. Dazu wurde ihr Lauf bereits im Jahre 1540 das erste Mal verlegt. Grund war eine Abstufung um einen reibungslosen Betrieb der Mühlen und ein dienstbares Handwerk (Müller, Gerber und Brauer) zu gewährleisten.

Durch den voranschreitenden Braunkohleabbau und dem damit verbundenen offenen Tagebau (den künftigen Geiseltalsee) wurde der Geisellauf von 1938 - 1965, am Ausgang der Stadt Mücheln, noch vier Mal umgelegt.

Heute führt die Geisel nur noch wenig Wasser und Fische sind nur noch bis nach St. Ulrich - auf den ersten etwa zwei Kilometer ab der Quelle - zu finden. Von den zahlreichen Mühlen ist heute keine mehr vollständig erhalten geblieben.

Wenn man dem Lauf des Geiselbaches heute folgt, dann gelangt man nach ca. 1km an die 12 Apostelquellen. Sie entspringen am rechten Ufer der Geisel. Bevor sie in die Geisel münden, durchfließen sie einige Forellenteiche. Im weiteren Bachverlauf gelangt man dann an die Kirche von Sankt Ulrich und das Wasserschloss mit seinem barocken Schlossgarten.

Für Wanderer ist die Landschaft sehr idyllisch und reizvoll. Der Wanderweg führt entlang der Geisel und ist als "Mühlenwanderweg" gekennzeichnet.

Mittelstands Anzeiger


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