Protestaktion läuft auf Hochtouren
SCHWEINEMAST Zahlreiche Müchelner unterstützen Bürgerinitiative gegen Bauvorhaben mit ihrer Unterschrift.
VON DIANA DÜNSCHEL, 30.10.09, 16:44h
MÜCHELN/MZ. In Mücheln gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Aktivitäten der neuen Bürgerinitiative "Pro Geiseltalsee - Contra Schweinemast Stöbnitz".
Im Stadtgebiet verteilt hängen mehrere große Protestbanner. Rund 250 Einwohner haben sich bis gestern an der angelaufenen Unterschriftensammlung gegen die geplante Schweinemastanlage mit 7 500 Tieren direkt am See beteiligt. Gut 200 Interessenten kamen Donnerstagabend zu einem Informationstreffen in die Gaststätte "Bowlingcenter", bereit, sich gegen den befürchteten Geruch, Lärm, die Verkehrsbelastung, die Gefährdung von Trinkwasser und Böden sowie einen Imageschaden des Tourismusgebietes zu wehren.
Dabei betonte Bürgermeister Udo Wurzel (parteilos), dass die Kommune dringend die Unterstützung der Bürger brauche, um das Vorhaben der Investoren Gebrüder Nooren zu verhindern. Denn gegen den Antrag, der im Bauamt der Verwaltung ausliegt, könne nur bis 4. Dezember Einspruch erhoben werden, der zudem fachlich fundiert sein müsse. Natürlich erledige die Stadt ihre Hausaufgaben, so Udo Wurzel weiter. Für Mitte November gebe es einen Termin mit Wirtschaftsminister Rainer Haseloff (CDU) zum Thema. An Saalekreis-Landrat Frank Bannert (CDU) sei ein Brief mit der Bitte um Hilfe durch die Fachämter unterwegs.
Uwe Eldau aus Stöbnitz gab im Namen der vor einer Woche ins Leben gerufenen Bürgerinitiative bekannt, dass es auf der Internetseite von Geiseltalsee.de einen Link gebe und dort Handzettel der Initiative und Muster für Unterschriftenlisten heruntergeladen werden könnten. Momentan bereite man Formbriefe für die Einsprüche vor.
Andreas Förtsch, der ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative gehört, informierte darüber, dass für Sonnabend, 21. November, ein großer Aktionstag samt Demo gegen die Schweinemast geplant werde. Auch sei ein erstes Treffen mit einem Rechtsanwalt verabredet worden. Man habe zudem diese Woche mit den Bürgermeistern von Braunsbedra und Bad Lauchstädt, Steffen Schmitz (CDU) und Ilse Niewiadoma (FDP), gesprochen. Beide hätten zugesagt, Stellungnahmen abzugeben.
"Wir brauchen Ihre Hilfe", appellierte Kathrin Ditfe von der Bürgerinitiative. "Beteiligen Sie sich, stehen Sie hinter uns, rütteln Sie ihre Nachbarn wach! Wir würden uns eine Riesenchance vergeben, wenn wir die Schweinemast zulassen." Dass es praktisch für jeden Möglichkeiten gibt, begründete Einwände vorzubringen, machte Bernhard Schneider deutlich. Der Loderslebener, der jahrelang an der Spitze der Bürgerinitiative gegen die geplante Schweinemastanlage im Landschaftsschutzgebiet Ziegelrodaer Forst stand und das Allstedter Projekt mit verhinderte, hatte sich mit dem Bauantrag vertraut gemacht, zeigte Fehler auf, gab Tipps und Ratschläge.
Nur einmal kam in der Versammlung Donnerstagabend Tumult auf. Mehrere Jugendliche aus Mücheln und Stöbnitz zweifelten laut an, dass es durch die Schweinemast zu Geruchsbelästigungen kommen werde und sahen sich plötzlich einer aufgebrachten Menschenmenge gegenüber. Udo Wurzel lud sie daraufhin zu einem Gespräch ins Rathaus ein.
Die Initiativgruppe der Bürgerinitiative trifft sich wieder am Donnerstag, 5. November, 19 Uhr, in der Touristinformation an der Marina.
Ansprechpartner ist Andreas Förtsch, Telefon 0172 / 3 46 14 83, Mail:contra-schweinemast-stoebnitz@geiseltalsee.de
Im Internet auf der Homepage
www.geiseltalsee.de
stehen der Handzettel der Bürgerinitiative sowie Vordrucke für Unterschriftenlisten zum Herunterladen bereit.
Bildquellen geiseltalsee.de