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Samstag, 13. März 2004, 10:34

Duzt du noch, oder siezen Sie schon?

Spätestens mit der New Economy kam das „Du“. Plötzlich duzte jeder jeden. Selbst in Großfirmen änderten sich die Umgangsformen radikal. Man fühlte sich zugehörig, es war toll, den Chef mit Vornamen anzureden. Bis er dann eines Tages sagte: „Ich brauche dich nicht mehr.“ Auch das Feuern ging per Du leichter ...
Deutschland, Land der Duzer? Von wegen: Das gute alte „Sie“, 1740 eingeführt, ist wieder auf dem Vormarsch!

Ausgerechnet Jüngere siezen wieder mehr. 1993 waren laut Umfrage des Instituts Allenbach noch 59 Prozent der 16- bis 29-Jährigen mit Fremden
schnell per Du. Jetzt sind es nur noch 48 Prozent. Und auch die Gesamtbevölkerung kehrt zum „Sie“ zurück. 1993 wollten noch 33 Prozent neue Bekannte duzen, heute sind es nur 29 Prozent. Und 43 Prozent (vor zehn Jahren 33 Prozent) überlegen genau, ob sie duzen oder nicht
Sprachwissenschaftler Dr. Lutz Kuntzsch (Gesellschaft für Deutsche Sprache): „Eine Sie-Form bedeutet nicht nur ein distanziertes Verhältnis, sondern kann auch Respekt ausdrücken.“ Aber generell gilt: Wer zu schnell duzt, gilt als unhöflich, wer zu lange siezt, wirkt steif.

peter

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