Knigge-Regel … oder Knigge-Märchen?
Wenn es um das Thema Umgangsformen geht, gibt es viel Verwirrung, viele Lügen oder Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden.
Hier sind ein paar Beispiele aus dem Handbuch „Der große Knigge“, die Halbwissen und Unwahrheiten für Sie aufdecken:
Legen Sie das Besteck auf "20 vor 8" hat es Ihnen nicht geschmeckt
Eine solche „Bestecksprache“ gibt es zum Glück nicht, und es hat sie noch nie gegeben. Es wäre arrogant, wenn der Gast dem Gastgeber so deutlich machen würde, dass dieser kein guter Koch ist. Sind Sie im Restaurant mit dem Essen unzufrieden, reklamieren Sie es am besten sofort beim Kellner. Bleiben Sie dabei höflich: „Das Essen ist zu kalt/zu salzig/zu fad. Würden Sie es bitte in der Küche für mich reklamieren?“ Sich erst nach dem Essen zu beschweren ist kein guter Stil.
Anzug mit Weste muss auch formell nicht geschlossen werden
Es hält sich das Gerücht, dass man dreiteilige Anzüge nicht schließen müsse. Doch das stimmt nicht, auch ein Anzug mit Weste wird in formellen Situationen geschlossen. Schuld an diesem Gerücht könnte die Werbung sein: Die Dressmen tragen die Anzüge offen. Wenn man schließlich eine Weste verkaufen will,muss diese für den Kunden auch zu sehen sein. Die Hand in der Hosentasche soll zudem locker sportlich wirken.
Ladys first - Damen haben beim Begrüßen immer Vorrang
„Man(n)“ muss ihr nicht mehr vor dem Chef die Hand geben, nur weil sie eine Frau ist. Das Geschlecht sollte im Geschäftsleben weder ein Handicap noch ein Vorteil sein. Die Hierarchie und die fachliche Leistung zählen – auch für Frauen. Und auch auf dem privaten Parkett ist Vorsicht geboten: Geben Sie fremden Frauen nicht einfach zuerst die Hand, nach dem Motto: „Das ist bestimmt Ihre Frau.“ Warten Sie, bis man Sie vorstellt. Vielleicht handelt es sich nicht um die Ehefrau, sondern um die neue Freundin. Ersparen Sie sich solche Peinlichkeiten.
Geflügel - Alles was fliegt darf man mit den Fingern essen
Das einzige klassische Geflügel- Fingergericht ist die Wachtel. Diesen kleinen Vogel mit Messer und Gabel zu essen, wäre ein sehr schwieriges Unterfangen. Stattdessen bekommen Sie dazu eine Fingerschale mit lauwarmem Wasser und einer Zitronenscheibe gereicht, mit der Sie sich nach dem Essen die Finger säubern können.
Salat darf man nicht schneiden - Kartoffeln und Gemüse schon
In fast allen Fällen gilt: Sie dürfen Kartoffeln, Salat und Gemüse heutzutage schneiden. Früher wurden die Messer geschont, da sie nicht legiert waren und im Kontakt mit Säuren schwarz anliefen. Dieses Argument zählt heute nicht mehr.
Gesundheit - sagt man nicht mehr wenn Jemand niesst
Es ist tatsächlich ein
Fauxpas, einer anderen Person Gesundheit zu wünschen.
Hochzeit - zu diesem Anlass darf die Frau kein Schwarz tragen
Entwarnung: Schwarz ist eine wichtige Modefarbe und kann sehr elegant sein. Lediglich in konservativen Kreisen sollten Sie mit der Farbe Schwarz noch vorsichtig sein. Richtig ist: Die Farbe Weiß ist tabu, sie ist und bleibt einzig und allein der Braut vorbehalten.
Guten Appetit sagt man nicht - als Gast schon gar nicht
Richtig ist, dass man sich bei offiziellen Anlässen, z. B. bei einem Bankett, noch nie einen guten Appetit gewünscht hat. Die Gastgeberin gab früher und gibt auch heute noch das Zeichen zum Essensbeginn, indem sie einfach zum Besteck greift. Wenn sie fehlt, übernimmt der Gastgeber diese Aufgabe. Richtig ist hingegen, dass Sie als Gast niemals von sich aus „Guten Appetit“ wünschen sollten. Das wäre vermessen.
Den Großen Knigge kann man hier bestellen
http://www.vnr.de/shop/article-918545-vnr_cluster---21.htm