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Dienstag, 21. Juli 2009, 08:01

Glockenweihe in der St.-Johanni-Kirche in Obhausen

Glockenweihe in der St.-Johanni-Kirche in Obhausen


Foto: Runa Ulbrich

So etwas hat Obhausen wohl noch nicht erlebt in all den Jahren: Bei herrlichem Wetter und begleitet von den Gardetänzerinnen des Obhäuser Carnevalsclubs, den Pfingstburschen und dem Hundesportverein wurden zwei festlich geschmückte Kirchenglocken durch die Straßen Obhausens bis hin zur Kirche St. Johanni zur feierlichen Glockenweihe gezogen. Allen voran die Barnstädter Schalmeienkapelle.

Ganz Obhausen war auf den Straßen, und viele folgten begeistert und mit freudiger Erwartung diesem ungewöhnlichen Umzug. An der Kirche angekommen, wurde er von einer dort schon gespannt wartenden Menschenmenge empfangen. Dann begann der festliche Glockenweihegottesdienst. Und so etwas hat diese Kirche gewiss auch noch nicht erlebt:

Das Gotteshaus war bis in die oberen Ränge dicht besetzt, Stühle mussten noch bereitgestellt werden, und manche hatten nur einen Stehplatz. Christen, Sympathisanten und Nichtchristen füllten, die Bedeutung dieses
historischen Ereignisses spürend, in vertrauter Gemeinsamkeit die Kirche, überwältigt und bewegt von der feierlich besinnlichen und auch anrührenden Atmosphäre des Glockenweihegottesdienstes. Es war ein Gottesdienst, den man so schnell nicht vergessen kann, der sich bei vielen tief eingeprägt hat.

Er begann mit einem Orgelspiel an der im Jahr 2007 restaurierten Baumgarten -Orgel, gespielt von Jan Güntsch. Der Vorsitzende des Gemeindebeirates, Ekhard Mehlhorn, sprach die Eröffnungsworte. Er begann
mit einem Bauernkriegslied, um an diesem Lied deutlich zu machen, dass alles sich Verändernde viel Kraft, Entschlossenheit, harte Arbeit und einen festen Willen benötigt. Und das, so sagte er, braucht man, um solch ein Projekt wie dieses, zwei neue Glocken für eine Dorfkirche zu beschaffen, zu Ende zu führen, in einer Zeit, wo Kirchen umfunktioniert werden oder andere Kirchengemeinden um ein neues Dach oder neue Fenster
kämpfen. Und man braucht viele begeisterte und selbstlose Helfer, die fest mit zupacken.

Pastor Rotermund wies in seiner Predigt darauf hin, dass in dieser Zeit neue Glocken durchaus möglich sind, wenn Einwohner unseres Dorfes, ehemalige Bewohner, die die Verbindung zu ihrem Heimatort nie abreißen lassen, wenn Freunde und Firmen spenden und auch die politische Gemeinde. Wenn also viele beteiligt sind, kann so etwas gelingen.

Ich habe lange nicht solch einen beeindruckenden Gottesdienst erlebt wie diesen. Und mir ging es keineswegs allein so. Besonders auch den älteren Besuchern, als Pastor Rotermund uns daran erinnerte, dass wir in unserem Teil Europas schon 64 Jahre Friedenszeit haben. Pfarrer Stengel las dann aus dem Lukas-Evangelium das Kapitel 14 vor. An diesem Gottesdienst waren viele beteiligt. Der Chor unserer Gemeinde unter
der Leitung von Matthias Dalitz begleitete den Weihegottesdienst mit tief beseeltem, schönem Gesang. Gleiches gilt für das Flötenspiel mit Brigitte Gier, einem Gast aus Schleswig-Holstein, begleitet von der Orgel.

Auch das Spiel der Kinder „St. Johanni und seine Glocken in drei Bildern“ unter der Leitung der Gemeindepädagogin Karola Gutjahr wurde mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen.
In den fünf Fürbitten wurde noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass das Glockengeläut zu glücklichen, fröhlichen, festlichen und auch traurigen Anlässen seinen vollen Klang ertönen lässt.
Unter dem Geläut der alten Glocke verließen die vielen Besucher innerlich sehr bewegt das Gotteshaus. Auf dem Platz vor der Kirche wurden die Glocken von Pastor Rotermund feierlich geweiht.

Wieder ein erhebender Augenblick!

Nun begann im Zelt, auf dem Platz vor Familie Hellwigs schönem Anwesen und im Pfarrhof ein echtes kleines Volksfest, mit Hüpfburg und Bastelstraße für die vielen Kinder unter der Leitung der Gemeindepädagoginnen Jutta Stengel und Karola Gutjahr. Für alle gab es Kaffee und Kuchen sowie Roster und Getränke.

Jetzt nutzte man auch die Gelegenheit für Grußworte und Dank an die Sponsoren und Helfer. Für dieses sehr gelungene Fest, an das sich die Bewohner Obhausens und seine Gäste gewiss noch lange erinnern werden, möchte ich im Namen aller Besucher herzlichen Dank denen sagen, die das Fest vorbereiteten und durchführten.

Nachdem die beiden neuen Glocken von der Firma Möhring auf den Glockenturm gezogen wurden und nach den weiteren notwendigen Vorarbeiten werden sie sicherlich bald im harmonischen Dreiklang über Obhausen erklingen.

Beitrag von Eberhard Hein
www.saalekreis-kurier.de

Mittelstands Anzeiger


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