Kennt ihr schon das Märzenbechertal?
Wer die nächsten Tage einen Ausfug in die Natur plant und sich an herrlichen Blütenprachten erfreuen kann, der sollte ab nächster Woche einen Besuch im Märzenbechertal bei Landgrafroda, im Ziegelrodaer Forst, einplanen. Als ich das letzte mal vor 2 Jahren dort war, verschlug es mir regelrecht den Atem, durch die massige und schöne Blütenpracht der Märzenbecher. In einem Tal standen dort Millionen von Märzenbecher in einem Streifen, der gut und gerne 1 km lang ist. Wer das noch nicht gesehen hat, hat wirklich was verpasst. Leider hatte ich vor damals noch keine Digi-Kamera und alles nur auf Video aufgenommen, aber vielleicht gelingt es mir ein paar Standbilde zu speichern und dann hier zu veröffentlichen. Nun wollt ihr bestimmt wissen wie man dahin gelangt? Also mit dem Auto Richtung Querfurt, durch Querfurt durch Richtung Ziegelroda am Herrmanseck vorbei, und durch Ziegelroda fast komplett durch. Kurz vorm Ende des Ortes biegt rechts eine Strasse nach Landgrafroda ab. In Landgrafroda an den beiden Teichen im Ort vorbei und sich dann im Dorf einen Parkplatz suchen. Dann muss man ca 20-30 min laufen, da die Stelle mitten im Wald im Talgrund liegt, aber die Wanderung ist es wirklich wert. Der Weg ist eigentlich ausgeschildert, man kann aber die Leute dort fragen oder einfach den Massen (die zeitweilig dort wandern) folgen.
Leider weis ich momentan nicht ob die Märzenbecher schon in voller Blütenpracht stehen. Dort ist es immer etwas später. Ich denke mal spätestens Ostern wird das aber zu sehen sein. Schaut auch mal in die Zeitung, in den nächsten Tagen ist bestimmt was darüber zu lesen.
Obwohl es etwas neblig war, denke ich doch das Bilder recht gut geworden sind. Für diejenige die es interessiert, werden die Bilder sicherlich sehr eindrucksvoll wirken. Es sind alles verschiedene Bilder auch wenn sich viele ähnlich sehen. Ich versuche mal die Landschaft und die überwältigende Masse der Märzenbecher zu zeigen. Um mal einen Eindruck über die Länge des Tals zu haben, kann ich nur sagen, das es so cirka 1 km mit den Frühjahrsblühern regelrecht überseht ist. Allerdings ist nur ein persönlicher Ausflug dorthin ratsam, da man mit Bildern doch nicht alles widerspiegeln kann. Also wer morgen oder die nächsten Tage noch nix vorhat und sich für Natur begeistert, dann nichts wie ins Märzenbechertal. Übrigens gibt's im Moment nur Merzenbecher, nichts anderes.
So wie versprochen nun die Bilder aus dem Märzenbechertal.
Wie ich gehört habe, ist am nächsten Wochenende 02./03.04. eine Wanderung durchs Märzenbechertal an der auch Sachsen Anhalts Ministerin Petra Wernicke und andere teilnehmen werden. Da wird es dann sicherlich recht voll im Tal.
Übrigens haben dort auch schon findige Geschäftsleute kleine Imbissstände
(Eisauto etc.) vor Ort. Diverse Sitzgelegenheiten sind auch vorhanden.
Übrigens ist es streng verboten Märzenbecher aus dem Wald mitzunehmen, da es sich in einem Landschaftsschutzgebiet
befindet.
Zurecht wie ich finde.
Märzenbecher
Leucojum vernum
Amaryllisgewächse
Bestimmungsmerkmale:
Der Märzenbecher trägt eine weiße, glockenförmige, duftende Blüte. Diese hängt nickend am Stengel und hat am Grund der Blütenblätter einen kleinen Knoten. Die Blütenblätter sind gleichlang und weisen an ihren Spitzen einen gelbgrünen Fleck auf. Die Blütezeit ist von Februar bis April. Die Blätter der Zwiebelpflanze sind linealförmig, sie wird 20 - 30 cm hoch. Ähnlich in Aussehen und Wirkung ist die Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum), sie blüht von April - Mai.
Standort und Verbreitung:
Der Märzenbecher wächst in Auwäldern, in feuchten Laubwäldern und auf Wiesen. Man findet ihn in Mitteleuropa, er ist ziemlich selten. Die Sommer-Knotenblume ist ebenfalls sehr selten, wird aber, wie auch der Märzenbecher gerne in Gärten gezogen. Bitte pflücken sie die Pflanzen nicht ab, sie stehen unter Naturschutz.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Der Märzenbecher enthält verschiedene Alkaloide, unter anderem das Lycorin. Durch den hohen Wirkstoffgehalt in den Zwiebeln kann es bei Kinder durch Verwechslung mit der Küchenzwiebel zu Vergiftungen kommen. Da die Alkaloide auf das Herz wirken, sind Herzrythmusstörungen zu erwarten. Die ersten Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall und auch Krämpfe.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Pflanze wird heilkundlich nicht genutzt.
Sonstiges:
Ihrer Blütezeit und der Form der Blüten wegen nannte man sie Märzenbecher. Ein weiterer gebräuchlicher Name ist Frühlings- Knotenblume, da die Pflanze am Grund der Blüte einen kleinen Knoten trägt. Der Gattungsname Leucojum setzt sich aus den griechischen Worten leukos für weiß und ion für Veilchen zusammen, wohl daher, weil die Blüten veilchenartig riechen. Der Artname vernum kommt vom lateinischen veris für Frühling.
Wer das Blühen der Märzenbecher dieses Jahr noch bewundern möchte sollte sich die nächsten Tage auf die Socken machen. Ich schätze mal das spätestens nächste Woche die Pracht verblüht sein wird. Wie man dort hingelangt habe ich weiter oben beschrieben.
Lasst euch das nicht entgehen !
Es grüßt euch
heotech
heotech@bad-lauchstaedt.info