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Samstag, 22. August 2009, 17:53

Reisebericht Sri Lanka Asien

Seit dem 16. Mai 2009 wurde die LTTE (Tamilen) für besiegt und der Bürgerkrieg für beendet erklärt. Nach Angaben der Armee Sri Lankas wurde die gesamte Führungselite der LTTE, bei der Flucht vor Regierungstruppen am 18. Mai 2009 von einer Sondereinheit erschossen.

Deshalb entschlossen wir uns unseren Urlaub in Sri Lanka zu verbringen um Land und Leute kennen zu lernen und die Spuren des Tsunamis von 2004 anzusehen.



Die kompletten Bilder findet man jetzt in der Galerie.
http://www.saalekreis-board.de/index.php…ry&tag=SriLanka

Ich werde versuchen, die nächsten Tage, einen Kommentar zu den einzelnen Bildern zu schreiben.

Mittelstands Anzeiger


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Samstag, 22. August 2009, 17:59

Die Menschen in Sri Lanka waren eine echte Erholung. Die Singhelesen (so werden die Einwohner genannt) sind sehr nette, freundliche und lustige Menschen. Wenn man sich die Kinder ansieht kann man sehr viel über die Eltern lernen.

Die Kinder die nur rumgenölt haben und fast immer bockig gewesen sind waren meist deutsche Kinder der Gäste.



Insgesamt ist die Anzahl der deutschen Urlauber zurück gegangen.
Dafür kommen jetzt mehr Russen und Polen.

Mittelstands Anzeiger


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Samstag, 22. August 2009, 18:10

Sri Lanka hat ca. 20.000 Einwohner. 80% davon sind Buddhisten. Der Rest sind Mohammedaner, Hindus, Christen und Tamilen.
Von den Tamilen ging auch der 30 jährige Krieg aus.




Die singhalesische Schrift ist für ungeübte nicht zu deuten.



Die Währung ist Rupie (ca. 162 Rupie = 1 Euro)

Sri Lanka ist ein recht junger Name für das Land. Dieser wird erst seit 1972 verwendet. Sri Lanka hieß früher Ceylon.
Der Name Ceylon ist aber noch gebräuchlich da sich der Tee (der Markenname) seit Jahren auf dem Weltmarkt verkauft.
Die Bank von Ceylon gibt es ebenfalls noch.

Mittelstands Anzeiger


4

Samstag, 22. August 2009, 18:16

Sri Lanka ist seiner Armee sehr dankbar, dass diese den Krieg nun endlich beendet hat. Überall stehen Tafeln mit Danksagungen.
Jetzt kann der Aufbau mit vollen Schwung beginnen. Jetzt werden auch wieder viele Investoren nach Sri Lanka kommen.
Dieses stockte gerade nach dem Tsunami. Die Singahlesen sind voller Motivation.




Die Frauen haben eine sehr gefestigte Stellung in der Gesellschaft (außer bei den Mohammedanern) und sind auch bei der Armee anerkannt.

Mittelstands Anzeiger


5

Samstag, 22. August 2009, 18:26

Wir buchen immer Standartzimmer und "schmieren" meist den Verantwortlichen an der Rezeption und dann ein besseres Zimmer zu geben.
Dieses mal hatten wir ein echt "beschissenen" Ausblick am Anfang. Das ging gar nicht :D



Nach ein paar Minuten Verhandlung und ca. 130 Euro mehr (zu den gebuchten Reisepreis) haben wir aber dann gleich eins der besten Zimmer mit Meerblick bekommen.



Unser Hotel das Riverina (Confifi Gruppe) stand in Bendota.
Verständigung war in Englisch obwohl viele auch Deutsch sprachen und auch sehr viele schon irgendwann einmal in Deutschland waren.

Mittelstands Anzeiger


6

Samstag, 22. August 2009, 18:30

Übrigens hat die 14tägige Reise 695 Euro pro Person (inkl. aller Steuern und Zugfahrt zum Airport) mit Halbpension gekostet.
Gebucht über lastminute.de mit dem Reiseveranstalter Jasmin Tayler Touristik Berlin.

Flugzeit war ca. 10 Stunden. Transfer zum Hotel (von Colombo) ca. 3 Stunden.

Wir sind dann doch mit dem Auto gefahren und haben in einem Airpark geparkt. Kosten ca. 70 Euro für 15 Tage inkl. Transfer.

Mittelstands Anzeiger


7

Samstag, 22. August 2009, 18:34

Das Riverina kann ich sehr empfehlen. Super Essen, Zimmer immer tiptop, freundliche Angestellte.


Mittelstands Anzeiger


8

Samstag, 22. August 2009, 18:40

Der Stand vor dem Hotel war super. Kein Massentourismus. Herrliche Wellen und Wassertemperatur ca. 23 Grad.
Keine Steine, Seeigel oder Sonstiges aber mit einem sehr starken Sog. Die Flagge stand 14 Tage auf Rot aber das hat niemanden gestört.
Es gab nur eine Stelle wo man nicht baden gehen sollte, weil man das sofort ins Meer gezogen wird. Außer einem (der dann gerettet werden musste) haben dass auch alle so beachtet.







Morgen mehr........

Mittelstands Anzeiger


9

Samstag, 22. August 2009, 19:26

Am Wochenende sind sehr viel Einheimische am Meer. Meist komplette Familien.
Es wird mit Sachen gebaten. Oben ohne gibt es in Sri Lanka nicht.






Der Buddhismus ist sehr streng. Befor sich junge Menschen körperlich näher kommen müssen Sie verheiratet sein.
Die Jungfernschaft wird nach der Hochzeitsnacht von der Familie kontrolliert und wehe eine Frau war keine Jungfer, dann gibt es Stress und es kann sein das die Ehe annulliert wird.

Bis dahin wird nur "gekuschelt" ;(

Mittelstands Anzeiger


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Samstag, 22. August 2009, 19:33

Hier ein Brautpaar am Strand.





Ich glaube das waren keine Singhalesen. Als der dunkelhäutige junge Mann (auf dem Bild links) zu mir sagte, dass ich nicht denken soll das er der Bräutigam ist sondern der Bruder war ich vollends verwirrt.



Irgendwie war die ganze Hochzeitsgesellschaft multikulti :D

Mittelstands Anzeiger


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Samstag, 22. August 2009, 19:35

Keine Angst vor kleinen Tierchen.

Mittelstands Anzeiger


12

Samstag, 22. August 2009, 19:47

Am Strand ist immer etwas los. Sehr viele Verkäufer mit irgendwelchen Schnickschnack.
Wenn man sich aber bedankt und sagt "vielleicht morgen" oder "nein danke" wird man in Ruhe gelassen.
Man muss das verstehen, es ist für die meisten die einzige Einnahmequelle und nicht selten wird damit nur 1-2 Euro am Tag verdient und das bei 14 Stunden Strandlatschen.
Ist schon nicht leicht der Job.



Manchmal sieht man aber auch recht witzige Sachen. Einen Affen möchte ich nicht geschenkt bekommen. Äußerst lustig anzusehen aber die haben eine Energie.....sagenhaft.



Mittelstands Anzeiger


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Samstag, 22. August 2009, 20:02

Der junge Mann hat uns berichtet wie das mit dem Tsunami abgelaufen ist. Hoch interessant aber davon gibt es erst morgen mehr, das das Thema etwas länger ist.
Übrigens wartet er schon seit 2004 das "sein" Hotel wieder aufgebaut wird. Alle Reviere sind vergeben, er kann zu keinem anderen Hotel. Er war Poolboy in einem zerstörtem Hotel der Confifigruppe.
Jetzt durch die Beendigung des Krieges wird die Gruppe das Hotel wahrscheinlich 2010 wieder aufbauen. Bis dahin bietet er vorbei laufenden Touristen seine Dienste an.



Hier noch mehr nette Leute

Die Hotelband :D



Oma (Kinder wo die Frauen arbeiten müssen werden von der Oma betreut)



Die Besitzerin eines Supermarktes



Auf dem Wochenmarkt (Man muste einfach zurück lachen)



Kinder von Geschäftsleuten sind (wenn sie nicht gerade in der Schule sind) immer mit im Geschäft.



In der Nachbarschaft



Mittelstands Anzeiger


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Sonntag, 23. August 2009, 11:54

Danke. Ok ... geht weiter. Heute das Thema Tsunami.

26. Dezember 2004:
Durch ein Seebeben im Indischen Ozean vor der Insel Sumatra, ereignete sich eine der bisher schlimmsten Tsunamikatastrophen der Geschichte.
Hier eine Animation wie sich die Flutwelle ausbreitete. (Quelle Wikipedia)



Die Welle brauchte 3 Stunden bis Sri Lanka. Das schlimme ist, wenn Jemand in Sumatra oder aus der Nähe den Telefonhörer geschnappt hätte und entsprechende Stellen in Sri Lanka angerufen hätte wäre es nicht zu den ca. 25.000 Todesopfern gekommen. Jetzt hat man (auch durch Unterstützung der EU) eine Vorwarnsystem geschaffen was automatisch reagiert.

Betroffene haben uns genau geschildert wie die Situation damals war. Ich habe die ganze Urlaubsreise nur einen getroffen der aus dem Tsunami immer noch ein "Touristengeschäft" macht und dadurch immer noch Spendengelder erhaschen wollte. Das war das Turtle Projekt Bentota. Dazu aber später.

Hier die 2 super netten Jungs die das live miterlebt haben. Der eine hieß Nieman



Die letzte (tötliche) Welle war ca. 7 Meter hoch. Man muss sich das, auf dem Bild, mal vorstellen.

Mittelstands Anzeiger


15

Sonntag, 23. August 2009, 12:12



Die Wellen kamen in 3 Schüben. Die ersten 2 vor 12 Uhr, die letzte ca. 15 min nach 12 Uhr.

Die erste Welle übertrat das Ufer und man wunderte sich, dass in den sonst nie überspülten Ufer auf einmal Wasser war. Man hatte sich da noch nichts dabei gedacht.

Ca. 10 min später kam die 2 Welle die schon etwas heftig war und das Wasser im Meer ging auf einmal ca. 800-1000 Meter zurück. Ein wahnsinnig mysteriöser Anblick muss das gewesen sein. Viele freuten sich sogar und liefen schnell ins Meer und sammelten die Fische auf die auf einmal kein Wasser mehr hatten. So viel Fisch auf einen Haufen hatte man noch nie gesehen. Das Wasser ging innerhalb von 10 min weg und die meisten Fische konnten dem Sog nicht folgen.

Andere dagegen wussten instinktiv, dass hier was nicht stimmt und flüchteten schon in ihren TucTucs in das Hinterland, auf Anhöhen, wo meist die Kirchen standen.

Als man die Welle, von ca. 7 Meter Höhe, dann hat kommen sehen rannten die meisten so schnell sie konnten. Da die Familienbande sehr eng sind und Oma und Opa und das ganze Hab und Gut in den 10 min nicht zu schnappen waren, sind die meisten nicht rechtzeitig weit genug weg gekommen.

Dann überflutete die Welle alles war ihr in den Weg kam. Viele retteten sich auch auf Palmen und musten dort ca. 3 Stunden verharren. So lange dauerte es bis das Wasser wieder in das Meer zurück lief. Der Sog zurück zog alles mit sich was sich irgendwie bewegen konnte. Auto und sogar Busse liegen heute noch ca. 1 km weit im Meer.

Sogar heute noch, nach 5 Jahren, sieht man noch viele zerstörte Gebäude und Hotelanlagen. Viele wurden abgerissen aber bei vielen wurde gar nicht gemacht.





Mittelstands Anzeiger


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Sonntag, 23. August 2009, 12:28

Es kam sehr viel Hilfe aus aller Welt und die Singhalesen scheuen sich auch nicht auch heute noch danke zu sagen.

Von Deutschland kam sehr viel Geld. Geld hat den Nachteil dass es in irgendwelche Taschen verschwinden kann. So wird auch der Bürgermeister von Bendota beschuldigt, sich an diesen Geld bedient zu haben.
Von dem Geld wurden viele neue Unterkünfte für die Menschen gebaut, die aber sehr weit im Hinterland errichtet wurden, da man bis heute nicht ausschliessen kann, dass Ähnliches noch einmal passiert.





Grund und Boden haben die meisten geschenkt bekommen. Die Grundstücke am Meer konnten sie aber behalten mit der Auflage, dort nie wieder zu bauen.
Da Land was man nicht nutzen kann für die meisten sinnlos ist, werden diese Grundstücke auch heute noch zu Kauf angeboten.

Eine Versicherung gab es nicht. Viele haben alles verloren was sie hatten und mussten von Null anfangen. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung muss super gewesen sein. Man schlief mehrere Wochen in Kirchen, eng beieinander, immer mit der Angst das das noch nicht alles gewesen war. Die Unterstützung des Governments war gleich null. Das Militär hatte alle Hände voll zu tun den Verkehr und die Verbindungen wieder herzustellen.

Man muss sich das vorstellen, allein auf der Strecke Bendota nach Colombo, ist ein Geschäft nach dem anderen auf beiden Seiten der Straße und man fährt ca. 3 Stunden nach Colombo.
Diese kleinen aber vielen Geschäfte funktionieren jetzt aber wieder so wie vorher.

Mittelstands Anzeiger


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Sonntag, 23. August 2009, 12:36

Die Stadt Galle, wo sich das englische Fort befindet hat es wohl am meisten getroffen. Galle liegt auf einer Art Landzunge und die Welle kam von beiden Seiten und trafen sich in der Mitte.

Das Kricketstation, wo auch internationale Meisterschaften gespielt werden, (Kricket ist in Sri Lanka das was bei uns der Fußball ist) wurde ebenfalls wieder hergestellt.



Viele flüchteten sich auch in die Züge, da man irgendwie der Meinung war dass so ein Klotz Eisen irgendwie sicher war. Aber so war es nicht. Die Züge wurden weit in das Land und wieder raus gespült.



Oben auf dem Bild eine Art Massengrab wo ca. 1500 Menschen darunter begraben sind.

Mittelstands Anzeiger


18

Sonntag, 23. August 2009, 12:42

Das kleine Buddhistenkloster vor Galle soll die Welle angeblich überstanden haben und Buddha soll sich nicht bewegt haben. Das halte ich für ein Mysterium. Kein so kleines Gebäude bleibt so stehen und nichts bewegt sich wenn eine 7 Meter hohe Welle drüber rollt.



Wirklich effektive Hilfe kam aus Österreich und Japan, den die 2 Länder rückten mit Bautrupps und Material an. Deshalb konnte so auch kein Geld verschwinden.
Hier ein Denkmal was die Japaner nach dem Wiederaufbau gebaut haben.

Mittelstands Anzeiger


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Sonntag, 23. August 2009, 12:48

Die einzigen die heute noch Spendengelder von den Touris erhaschen wollen ist das Turtle Projekt Bendota. Man sollte das ruhig mal hinfahren, da gibt es zwar nur 7 Schildkröten aber bei 200 Rubie ( ca. 1,30 EUR) kann man nichts verkehrt machen.



Hier wird ein zerstörtes Becken in x Variationen als katastrophale Zerstörung dargestellt. Gehirnbesitzer werden sich aber sofort fragen, wie die (in Beton gekritzelte Schrift) auf das zerstörte Becken kommt. Sicher hat man die schon drauf gemacht als das Becken vor der Katastrophe gebaut wurde ....lach... Ach ja und der Baum wurde (weil passt besser zum Bild) nach der Flut dort hingelegt. Ich hatte alte Bilder gesehen und das sofort festgestellt. Dieses so schreckliche Bild wird aber gut vermarktet und so gepflegt dass es noch lange erhalten bleibt.

Mittelstands Anzeiger


20

Sonntag, 23. August 2009, 13:04

Ca. 5% von dem Projekt kann man aber als Turtle Projekt bezeichnen. Es werden von "armen" Leuten Schildkröteneier abgekauft ( für vielleicht 5 Cent) und zur Brut nur in anderen Sand gelegt. Ich glaube es dauert ca. 30 Tage bis die Jungen schlüpfen. Schildkröteneier fühlen sich an wie weiche Tennisbälle.





Die neu geschlüpften Schildkröten werden nach ca. 3 Tagen (nachdem der Bauchnabel zu gewachsen ist) nachts ins Meer frei gelassen. Am Tag würden sie es nicht überleben da die Vögel sie auffressen würden. Von 100 freigelassenen überleben nur 15-20.

Mittelstands Anzeiger


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